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LG Duisburg: Webhoster muss Schadensersatz für zerstörte Webseite leisten

Da eine Festplatte bei einem Webhoster defekt war und dieser keine Datensicherung vorgenommen hatte, war die Webseite einer Kundin "zerstört" und monatelang nicht nutzbar. Laut Urteil des LG Duisburg ist der Webhoster nun schadensersatzpflichtig.

14.08.2014, 17:16 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Albtraum für die Betreiberin einer Webseite: Bei ihrem Webhoster war eine Festplatte defekt, ein Backup für die Daten der Kundin war nicht vorhanden. Nach Angaben der Rechtsanwaltskanzlei Schulz Tegtmeyer Sozien, die die Betreiberin der Homepage vor dem Landgericht Duisburg vertrat, sei die Webseite "unwiederbringlich zerstört". Das LG Duisburg hatte mit Urteil vom 25. Juli 2014 (22 O 102/12) entschieden, dass regelmäßige Backups zur "Nebenpflicht" eines Host-Providers gehören. Werden keine Sicherungskopien erstellt und eine Webseite dadurch "zerstört", werde der Webhoster nach Ansicht des Gerichts schadensersatzpflichtig.

Pflicht zur Durchführung von Backups

Eine solche Verpflichtung zum Durchführen von regelmäßigen Backups gelte auch dann, wenn der Hoster selbst nur ein Reseller ist und den Server nicht selbst bereitstellt. Ein Wiederverkäufer von Webspace müsse dafür Sorge tragen, dass Backups der Internetpräsenz regelmäßig erstellt werden.

Die Richter erkannten zwar Schadensersatzforderungen an, jedoch nicht in voller Höhe. Es wäre ein Abzug "neu für alt" erforderlich als Ausgleich dafür, dass die geschädigte Kundin eine neue Sache statt der alten erhalte. Die Anwälte konnten dieser Argumentation allerdings nicht folgen, da eine Webseite nicht altern und verschleißen könne.

Das Gericht verweigerte außerdem eine Nutzungsausfallentschädigung für den monatelangen Ausfall der Webseite, da es sich nicht um ein Mietobjekt handele. Nach Ansicht der Anwälte hätte eine solche Entschädigung aber bei "Wirtschaftsgütern von zentraler Bedeutung", wie in diesem Falle, gezahlt werden müssen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Anwälte haben bereits Berufung gegen die Entscheidung eingelegt.

(Jörg Schamberg)

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