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LG bestätigt Schnüffel-Fernseher

Update: Fernsehgeräte des südkoreanischen Elektronikherstellers LG mit einem Internet-Anschluss spionieren die Sehgewohnheiten ihrer Nutzer aus.

21.11.2013, 10:49 Uhr (Quelle: DPA)
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Fernsehgeräte des südkoreanischen Elektronikherstellers LG mit einem Internet-Anschluss stehen im Verdacht, Informationen über die Sehgewohnheiten der Nutzer auszuspionieren. Die Daten könnten dazu verwendet werden, personalisierte Werbung auf dem Smart-TV zu ermöglichen. Ein britischer Blogger berichtete nach einer Analyse seines neu gekauften Fernsehers, sein Smart-TV zeichne jeden Programmwechsel minutengenau auf und versuche diese Daten an die koreanische Firmenzentrale zu übertragen.

Fernseher lesen Daten aus

Dem Bericht auf "DoctorBeet's Blog" zufolge versucht der LG-Fernseher auch, die Namen aller von einem USB-Stick abgespielten Film- und Musik-Titel weiterzuleiten. Diese Daten würden unverschlüsselt übertragen. Der Server von LG spucke allerdings eine Fehlermeldung aus, so dass nicht sicher sei, ob die Daten tatsächlich auf dem LG-Server landen.

Unklar ist zudem, ob sich nur neue LG-Fernseher mit Netz-Anschluss in Großbritannien so verhalten. Bei einem Test des Fachportals "heise security" konnte die Datenübertragung nicht nachvollzogen werden, weder mit der Ländereinstellung Deutschland noch mit der Vorauswahl für Großbritannien. LG liefert allerdings seine Fernseh-Geräte in Europa mit unterschiedlichen Software-Versionen aus. Daher könnten Smart-TVs von LG, die in Deutschland verkauft werden, von dem Datenschutzproblem nicht betroffen sein.

Ein LG-Sprecher in Deutschland sagte der Nachrichtenagentur dpa, sein Unternehmen werde den Berichten nachgehen. LG nehme den Datenschutz sehr ernst und werde so schnell wie möglich zur Aufklärung der Vorwürfe beitragen. Auch die "Computer Bild" hatte vor einigen Wochen über schnüffelnde Smart-TVs berichtet.

Update: LG bestätigt Schnüffel-Fernseher

Fernsehgeräte von LG mit einem Internet-Anschluss haben Informationen über die Sehgewohnheiten der Nutzer an einen Server des Herstellers gesendet. Das räumte der südkoreanische Elektronikhersteller am Donnerstagabend ein. Die Daten können dazu verwendet werden, personalisierte Werbung auf dem Smart-TV zu ermöglichen. Die Daten wurden sogar übertragen, wenn sich die Kunden ausdrücklich gegen "interessenbezogene Werbeinhalte" ausgesprochen hatten. Sie seien auf dem Server aber nicht gespeichert worden, erklärte LG.

Das Unternehmen betonte, es habe sich "nicht um personenbezogene Informationen, sondern um Informationen zum Sehverhalten" gehandelt. "Diese Informationen werden im Rahmen der Smart-TV-Plattform erfasst, um den Zuschauern Programmempfehlungen auf Grundlage des Sehverhaltens anderer LG Smart TV-Besitzer zu geben sowie interessenbezogene Werbeinhalte anzubieten." LG will nun möglichst schnell eine aktualisierte Software-Version zur Verfügung stellen, die "dieses Problem auf allen betroffenen LG Smart-TVs behebt, so dass bei ausgeschalteter Funktion keine Daten übertragen werden."

(Hayo Lücke)

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