Security

Leise rieselt der Spam...

Die Mailbox ist wieder einmal von Spam überflutet, beim Online-Shopping bleibt ein gewisses Unwohlsein? Symantec und G Data geben Tipps wie man sich gegen Werbemails und schwarze Schafe im Netz schützen kann.

16.12.2007, 10:31 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

...in die Mailbox hinein. Pünktlich zum alljährlichen Weihnachtskaufrausch sind auch Spamversender und Cyber-Kriminelle besonders aktiv. Zwei Hersteller von Sicherheitssoftware, Symantec und G Data, geben Tipps gegen die Spamflut und für sicheres Online-Shopping.
22 Prozent mehr Spam in 2007
Der Versand von Spam ist 2007 noch einmal stark angestiegen. 71 Prozent aller Mails sind nach Angaben von Symantec, Hersteller von Security-Software, mittlerweile Spam. Letztes Jahr betrug der Spam-Anteil lediglich 59 Prozent. Jedes Jahr im Dezember wächst die verschickte Menge unerwünschter Werbebotschaften noch einmal erheblich an, 2006 auf rund 80 Prozent aller Mails. Der Zusammenhang mit dem Boom des Online-Shoppings zu dieser Jahreszeit liegt nahe. Auch die Spammer spekulieren auf einen einen Anteil an den großen Beträgen, die mittlerweile bei Internet-Einkäufen umgesetzt werden.
"Greifen Sie jetzt zu: Viagra, Laptops und Uhren!"
Symantecs Virenschutzprogramme werden weltweit zur Überwachung von rund 450 Millionen Mail-Postfächern eingesetzt. Auf dieser Basis haben die Virenjäger Daten für die Erstellung einer Top12-Liste mit den Hauptinhalten der Spam-Mails erstellt. Am häufigsten werden Laptops, gefälschte Uhren und Visitenkarten angeboten. Potenzsteigernde Mittel befinden sich im Mittelfeld. Gratis-Coupons und Gutscheine bilden den Schluß der Negativliste.
Tipps zur Spamvermeidung
Im Angesicht der Spam-Flut ist Resignation dennoch keine Lösung. Stattdessen können einige Ratschläge dabei helfen, den lästigen Mail-Müll einzudämmen: So sollten unbekannte Mails nicht geöffnet werden. Die Absender würden laut Symantec ansonsten erfahren, dass die Mail-Adresse noch in Gebrauch ist und weitere Spam-Mails schicken. Auch durch die automatische Antwortfunktion werden Spammer über ein aktives Mail-Konto informiert. Daher sollte diese Funktion möglichst deaktiviert sein. Selbstverständlich gilt dasselbe auch für jegliche Links im Text: Finger weg! Die eigene Mail-Adresse sollte im Internet möglichst nicht öffentlich einsehbar sein, sondern nach dem Muster hans.mustermann_at_mail_de leicht "getarnt" werden. Für kurzfristige Registrierungen auf Internetseiten bieten sich temporäre Mailadressen an, quasi als "Wegwerf"-Mail-Adresse für den Einmalgebrauch.
Trojanischer Weihnachtseinkauf
Vor den Gefahren beim diesjährigen Online-Shopping von Weihnachtsgeschenken warnt G Data, Hersteller von Antiviren-Software. 'Trojanische Pferde' könnten sich auf den Computer einschleichen und Login-Daten an Kriminelle weiterleiten. Begehrt sind vor allem Zugangsdaten für das Online-Banking, für Ebay-Konten und Kreditkarteninformationen.
Der eigene Rechner kann sich auf verschiedenen Wegen mit diesen häufig unbemerkten, digitalen Eindringlingen infiziert haben. So kann eine Übertragung durch das Öffnen von E-Mail-Anhängen, durch Downloads oder Internet-Würmer erfolgen. Etwa beim Aufruf von Bankseiten können diese Trojaner dann drastische Folgen nach sich ziehen. "Für viele Nutzer nicht erkennbar, fügen diese in die Anmeldeseite zusätzliche Felder oder ganze Webseiten ein. Die dort ermittelten Daten werden in kürzester Zeit für weitere Transaktionen verwendet", warnt Ralf Benzmüller, Leiter des G Data Security Labs.
Sicheres Online-Shopping ist möglich
Neben dem ohnehin dringend erforderlichen Einsatz eines geeigneten Sicherheitspaketes sowie einem regelmäßigen Update von Windows gibt es weitere Tipps für ein sicheres Surfen. Beim Shopping sollte darauf geachtet werden, dass die URL der Seite mit https:// beginnt und somit verschlüsselt ist. Die Echtheit von Internetseiten kann man anhand des zugehörigen SSL-Zertifikates überprüfen. Unbedenklich gelöscht werden können Mails von Banken und Online-Shops, die zur Eingabe von Zugangsdaten auffordern.
Gerade zu Weihnachten werden auch elektronische Grußkarten, sogenannte E-Cards, massenhaft verschickt und gerne auch zur Einschleusung von Schadcode genutzt. Bei unbekanntem Absender gehören auch diese Mails in den Papierkorb. Nach dem Einloggen in Online-Shops sollten Sie sich außerdem nach Beendigung der Einkaufstour wieder ausloggen. Ansonsten können andere Personen ihre Online-Sitzung 'übernehmen' und aufgrund weiter gültiger Cookies munter auf ihre Kosten einkaufen.
Die Redaktion von onlinekosten.de hat eine Reihe nützlicher Hinweise für sicheres Surfen bereit gestellt. So gibt es einen Ratgeber, wie man sich vor Phishing (gefälschte Mails und Websites) schützen kann. Auch Tipps zu Firewalls und zum Virenschutz sind im Angebot.

(Jörg Schamberg)

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