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Lasche Kontrollen bei Zulassung von Killerspielen

Bei der Altersfreigabe von Computerspielen haben Experten nach Informationen des "Spiegel" krasse Fehler festgestellt.

05.05.2007, 16:01 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Bei der Altersfreigabe von Computerspielen haben Experten nach Informationen des "Spiegel" krasse Fehler festgestellt. Eine Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) ergab demnach, dass bei 40 Prozent von 72 überprüften Gewaltspielen das Mindestalter eindeutig zu niedrig angesetzt wurde. Weitere rund 20 Prozent der Einstufungen durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) halte das KFN nur für bedingt vertretbar.
Die Studie soll dem "Spiegel" zufolge in der kommende Woche vorgestellt werden. Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) wertete die Ergebnisse schon im Vorhinein als alarmierend.
Der KFN-Leiter und frühere niedersächsische Justizminister Christian Pfeiffer bemängelte dem Bericht zufolge, dass die USK-Prüfer die zahlreichen und oft mehr als 20 Stunden dauernden Spiele gar nicht komplett sichten könnten. Zudem seien die Prüfer möglicherweise selbst abgestumpft. Auch die staatliche Gegenkontrolle durch das federführende nordrhein-westfälische Familienministerium erweise sich vielfach als lasch. Sobald dort die Bewertung der USK bestätigt worden sei, dürfe zudem auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ein Baller-Spiel nicht mehr auf den Index setzen.

(Hayo Lücke)

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