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Laptop, iPod & Co. auf USA-Flügen künftig verboten?

Der vereitelte Anschlagsversuch auf ein Flugzeug der Northwest Airline bleibt laut Medienberichten nicht ohne Folgen für Flugreisende. Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen führen zu Einschränkungen an Bord.

28.12.2009, 13:31 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Als Folge des am Wochenende kurz vor der Landung in Detroit vereitelten Attentats auf ein Flugzeug der Northwest Airlines verschärfen etliche Fluggesellschaften die Sicherheitsvorkehrungen für USA-Flüge. Auf Interkontinental-Flügen von Europa in die USA könnte es für die Flugpassagiere künftig demnach erheblich langweiliger werden. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" meldet unter Berufung auf verschiedene Blogs, dass einige Fluggesellschaften ihren Passagieren auf Flügen die Nutzung von Elektronikgeräten verbieten wollen.
Einschränkungen auf USA-Flügen
Betroffen sein sollen dabei sämtliche Geräte von Notebooks, über iPods bis hin zu e-Book-Readern wie Amazons Kindle. Eine Bestätigung steht allerdings noch aus, denn die für die Sicherheitskontrollen in den USA zuständige Transport Security Administration (TSA) habe die Liste der auf Flügen verbotenen Gegenstände bislang noch nicht geändert. Die "New York Times" berichtete zudem, dass die Bewegungsfreiheit an Bord der Flugzeuge eingeschränkt werden solle. Eine Stunde vor der Landung in den USA dürften die Passagiere ihre Sitze nicht mehr verlassen oder Zugriff auf ihr Handgepäck haben. Im Laufe der letzten Monate hatten die Fluggesellschaften dagegen bisher einen gänzlich anderen Kurs verfolgt und in immer mehr Flugzeugen auch Internet an Bord ermöglicht.
Flugreisende müssen sich auf jeden Fall auf längere Wartezeiten bei den Sicherheitschecks gefasst machen. Die Lufthansa empfiehlt laut "Focus" bei Langstreckenflügen möglichst drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Die größte deutsche Fluggesellschaft habe an Bord ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft, nannte dabei jedoch keine Details.
Derzeit noch kein Einsatz von Nackt-Scannern
Politiker der Koalition sowie der Opposition sprachen sich gegen eine Verschärfung der bestehenden Sicherheitsgesetze aus. Gegen menschliches Versagen würden auch keine schärferen Gesetze helfen, so der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU) laut Nachrichtenagentur dpa. Die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen verteidigte Bosbach jedoch im "Hamburger Abendblatt": "Die Durchsuchungen an den Flughäfen sind nicht Folge einer Sicherheitshysterie, sondern leider notwendig." Es müssten aber Durchsuchungsgeräte entwickelt werden, die eine "Erkennung von Tatmitteln" auch ohne Verletzung der Privat- und Intimsphäre der Passagiere ermöglichen. Die umstrittenen Nackt-Scanner seien dafür derzeit nicht geeignet.

(Jörg Schamberg)

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