Schnelles Internet

Landkreistag kritisiert Internet-Ausbau auf dem Land

Der Landkreistag fordert von der Regierung einen schnelleren Internet-Ausbau in ländlichen Regionen: Die bestehenden Förderprogramme seien nicht ausreichend.

Telekom VDSL-Anschluss Router© Deutsche Telekom AG

Berlin/Frankfurt - Die Landkreise verlangen von der Politik mehr Tempo und Entschlossenheit beim Ausbau des schnellen Internets. Viele der bestehenden Förderprogramme hätten eine Zersplitterung und letztlich teurere Versorgung in den Regionen zur Folge, kritisierte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager. Dabei sei ein dichteres Glasfaser-Netz entscheidend, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag): "Ohne diesen Standortfaktor ist eine wirtschaftliche, aber auch sonstige Entwicklung schlicht nicht mehr vorstellbar." Er mahnte, man dürfe dabei nicht nur auf die sogenannte Vectoring-Technik mit Hilfe herkömmlicher Kupferkabel setzen.

Kritik an Telekom

Auch Wettbewerber der Deutschen Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.) kritisieren, dass der Konzern einen zügigen Glasfaserausbau mit der Aufrüstung von Kupferleitungen blockiere. "Diese Vectoring-Technologie ist gerade nicht geeignet, uns in Richtung Gigabit zu bringen", betonte Sager. Der CDU-Politiker aus Schleswig-Holstein befürchtet, dass einmal getroffene Investitionsentscheidungen sich dann zudem als "Sackgasse entpuppen, weil damit die hohen Übertragungsraten nicht erreichbar sind".

Neue Industrieanwendungen, aber auch Telemedizin oder die Verwaltung bräuchten möglichst schnelle Netze. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will etwa große Teile der klasssischen Verwaltung für die Bürger durch Online-Angebote vereinfachen. "Ich will, dass der Staat online geht - und zwar 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche", sagte er zu seinem Vorschlag eines digitalen "Deutschlandportals".

Weitere 935 Millionen Euro vom Bund

Der Bund hatte Ende März angekündigt, den Ausbau schneller Netze mit weiteren 935 Millionen Euro zu fördern. Damit würden zusammen mit Mitteln von Kommunen und Firmen Investitionen von 2,2 Milliarden Euro ausgelöst, sagte Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU). Das insgesamt vier Milliarden Euro umfassende Bundes-Programm war 2015 gestartet worden. In Baden-Württemberg spricht Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Montag mit Vertretern von Telekommunikationsfirmen.

Marcel Petritz / Quelle: DPA

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