Bitkom-Thesen

Kunden sollen überall Wahl beim Bezahlen haben: Bar, mit Karte oder digital

Der Digitalverband Bitkom fordert eine vollständige Gleichberechtigung von digitalen bzw. mobilem Bezahlen neben Bargeld und Karte. Auch bei kleineren Händlern müssen Kunden nach Ansicht des Verbandes per Smartphone bezahlen können.

Jörg Schamberg, 11.08.2020, 09:25 Uhr
mobil bezahlenDer Bitkom-Verband fordert, dass digitales Bezahlen auch bei kleineren Händlern wie beim Bäcker oder im Kiosk möglich sein müssen.© Artur Marciniec / Fotolia.com

Die Corona-Krise hat dem mobilen Bezahlen Auftrieb gegeben. Viele Händler bitten ihre Kunden möglichst um eine bargeldlose Zahlung. Der Digitalverband Bitkom fordert nun, dass Kunden eine vollständige Wahlfreiheit an der Kasse erhalten sollen. So sollte es künftig keine Schilder mehr geben wie "Keine Kartenzahlung" oder "Cash only". Stattdessen sollte mindestens eine europaweit nutzbare digitale Bezahlmöglichkeit verpflichtend angeboten werden müssen.

Bargeld wird nicht abgeschafft: Ergänzung durch weitere Bezahlmöglichkeiten

Dies solle überall gelten, wo bezahlt werden könne: Also auch beim Bäcker, im Kiosk sowie in Restaurants, an der Theaterkasse oder am Ticketautomaten. Eine entsprechende Forderung findet sich in den zu Wochenanfang veröffentlichten "Bitkom-Thesen zur Wahlfreiheit beim Bezahlen". "Ein wirklich digitaler Zahlungsverkehr ist die Grundlage der Digitalisierung. Dabei wird das Bargeld nicht abgeschafft, sondern es wird um weitere Bezahlmöglichkeiten ergänzt. Digitale Alternativen beim Bezahlen geben Kunden mehr Freiheit", betont Bitkom-Präsident Achim Berg. Konkret macht sich der Bitkom für eine Gleichberechtigung von Bargeld, Karte und mobilem Bezahlen per Smartphone stark. "Die Corona-Krise hat gezeigt, dass uns digitale Technologien weniger verwundbar machen. Es ist höchste Zeit, diese Erkenntnis auch politisch umzusetzen", so Berg weiter.

Bitkom fordert finanzielle Hilfen für Erstanschaffung von Terminals

Während des Corona-Lockdowns ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bitkom, dass 75 Prozent der befragten Bundesbürger Zahlungen mit Bargeld so oft es geht vermeiden würden. 71 Prozent wünschten sich mehr Möglichkeiten zur kontaktlosen Bezahlung. Nach der Vorstellung des BItkom sollten bestehende Wertgrenzen beim digitalen Bezahlen gesetzlich abgeschafft werden. Vor allem kleinere Händler würden derzeit digitale Zahlungen erst ab einem bestimmten Betrag akzeptieren. Der Bitkom fordert finanzielle Hilfen für den Handel oder die Gastronomie bei der Erstanschaffung von Terminals für das elektronische Bezahlen.

Um dem digitalen Zahlungsverkehr in Deutschland weiter voranzubringen, regt der Bitkom zudem die Einrichtung eines Zahlungsverkehrs-Rats an, der beim Bundesfinanzministerium angesiedelt werden soll. In anderen Ländern gebe es ein solches Gremium bereits.

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