Sat-Internet-Anbieter Eusanet

Kritik an Scheuer-Plan: Gutschein für Sat-Internet in dieser Form ungeeignet

In der jetzt von Bundesverkehrsminister Scheuer geplanten Form seien Vouchers für Sat-Internet laut Sat-Internet-Anbieter Eusanet nicht geeignet, um hunderttausenden Haushalten, die von langsamen Internetanschlüssen betroffen sind, schnell helfen zu können.

Jörg Schamberg, 04.06.2021, 10:58 Uhr
Satellit© lexaarts / Fotolia.com

Anfang 2021 hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer eine schnelle und unbürokratische Förderung von schnellen Internetanschlüssen per Satellit in Aussicht gestellt. Profitiert hätten davon hunderttausende Haushalte. Doch der Sat-Internet-Anbieter Eusanet aus dem fränkischen Bischberg kritisierte in dieser Woche, dass die Förderung in der bisherigen Form weit hinter den Erwartungen geblieben sei. In den kommenden fünf bis zehn Jahren biete die Lösung des Scheuer-Ministeriums keine Perspektiven für 99 Prozent der von langsamen Internetanschlüssen betroffenen über eine Million Menschen.

Förderung von Sat-Internet wird bürokratisch und langwierig - Lösung nur für wenige Haushalte

Die Fördermaßnahme sei jetzt als "Digitalisierungszuschuss" in die sogenannte "Graue-Flecken-Förderung" eingebettet worden. Es solle offenbar gespart werden. Doch damit würden Internetanschlüsse per Satellit zugleich Teil des bürokratischen und langwierigen Breitbandförderungsprozesses. Nach der neuen Richtlinie wäre eine solche Dauerlösung nur für rund 2.000 bis 3.000 Anschlüsse in extremen Einzellagen realisierbar. Für diese werde laut Eusanet "Glasfaser ohnehin niemals kommen".

Bundesregierung soll Förderrichtlinien überdenken

Ursprünglich sein ein Satellitenvoucher als Gutschein in Höhe von 500 Euro angedacht gewesen. Dies hätte eine sinnvolle und kosteneffiziente Maßnahme für 200.000 Haushalte sein können. Sat-Internet hätte bis zum Glasfaserausbau in fünf bis zehn Jahren als Überbrückung dienen können. Eusanet kritisiert, dass die betroffenen Haushalte in ländlichen Regionen von der Bundesregierung in Stich gelassen werden. Die Große Koalition solle ihre "völlig verfehlten Förderrichtlinien" noch einmal überdenken, so die Forderung des Sat-Internet-Anbieters. Ab sofort könnte per Sat-Internet bundesweit Surfgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s realisiert werden.

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