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Kriminelle Machenschaften mit Telefonverträgen

Verbraucherschützer mahnen, am Telefon niemals persönliche Daten preiszugeben. Problematisch: immer häufiger sind diese Daten bei einem kalten Anruf bereits bekannt.

21.06.2006, 10:05 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Der Kampf um neue Kunden lässt etablierte Festnetzanbieter immer häufiger zu fragwürdigen Mitteln greifen. Wie die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein berichtet, wurde in den vergangenen Wochen eine zunehmende Zahl an Beschwerden von Verbrauchern registriert, die sich durch "kriminelle Machenschaften mit Telekommunikationsverträgen" hinters Licht geführt sehen.
Ungewollte Umstellungen
Nicht nur durch Drückerkolonnen, bei denen Verträge möglichst noch an der Haustür unterschrieben werden sollen, machen Bundesbürgern zu Schaffen, zunehmend werden sie auch am Telefon belästigt. Wie es heißt, wird telefonisch der Versand von Informationsmaterial vereinbart, stattdessen erreichen die verdutzten Kunden allerdings Auftragsbestätigungen und Verträge des neuen Anbieters. Häufig wird auch der alte Festnetzanbieter – meistens die Deutsche Telekom – über einen angeblich gewünschten Wechsel informiert. Obwohl vom Kunden eigentlich gar nicht gewünscht, erhält er wenige Tage später eine Kündigungsbestätigung in der auch gleich der Termin mit der Schaltung auf den neuen Vertragspartner angekündigt wird.
Die Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass es grundsätzlich möglich sei, auch mündlich am Telefon Verträge abzuschließen. Im Streitfall habe der Verbraucher gute Karten, da der Anbieter beweisen müsse, dass am Telefon tatsächlich ein Vertrag abgeschlossen wurde. Es wird empfohlen, telefonisch niemals persönliche Daten wie Geburtsdatum oder Kontonummer preiszugeben. Dies könnte als Indiz für den verbindlichen Abschluss eines Vertrages gewertet werden.
Gläserner Bürger
Kritisch sei allerdings zu sehen, dass anrufende Firmen über dunkle Kanäle an persönliche Daten zahlreicher Bundesbürger gelangt seien. So wollen die Verbraucherschützer über Gesprächsabläufe informiert sein, bei denen die Anrufer schon vor Beginn des Gesprächs über sensible Daten verfügten. Nicht nur, dass ein derartiger "kalter Anruf" gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstoße, die Verbraucherschützer befürchten auch einen klaren Verstoß gegen den Datenschutz.
Vereinzelt würden sogar Straftaten begangen, um Telekommunikationsverträge abzuschließen. Dann würden zum Beispiel Unterschriften gefälscht. Aber: Größtenteils geschieht dies nicht über direkte Mitarbeiter der großen Telekommunikationsfirmen, sondern über externe Dienstleister die pro vermitteltem Kunden eine Prämie kassieren - meist in Form von Bargeld.

(Hayo Lücke)

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