News

Krieg der Fahrdienste: Uber wirbt Fahrer von Rivalen ab

Der umstrittene Mitfahrdienst Uber schnappt der Konkurrenz in den USA die Fahrer weg. Anwerber schwärmen aus, um die Fahrer des Konkurrenten Lyft zu einem Wechsel zu Uber zu überreden. In Hamburg darf Uber nun weitermachen.

27.08.2014, 16:31 Uhr (Quelle: DPA)
Netzwerk© TheSupe87 / Fotolia.com

Der Fahrdienst Uber liegt nicht nur weltweit im Clinch mit der Taxi-Branche, sondern attackiert im Heimatmarkt USA auch überaus aggressiv den ähnlich organisierten jungen Rivalen Lyft. Uber lässt Anwerber ausschwärmen, die Touren mit Lyft buchen und dabei Fahrer zum Wechseln überreden wollen. Das geht aus einem Blogeintrag von Uber hervor, nachdem die Technologie-Website "The Verge" davon Wind bekam. Uber bestritt allerdings den Vorwurf von Lyft, Mitarbeiter hätten tausende Fahrten gebucht und absichtlich storniert, um den Konkurrenzdienst zu sabotieren.

Starter-Paket für Fahrer: Smartphone und Kreditkarte

Ubers Mitgründer und Chef Travis Kalanick räumte bei Twitter ein, dass von "The Verge" zitierte interne Unterlagen echt seien. Darunter war unter anderem eine Vorlage für den Gesprächsverlauf, bei dem die Wechselbereitschaft des Fahrers ausgelotet werden sollte. Die Rekruteure haben dafür demnach auch gleich ein Starter-Paket mit Smartphone und Kreditkarte dabei. Um einer Enttarnung durch Lyft zu entgehen setzten die Anwerber auf wechselnde Telefonnummern und Abholorte. Auch Lyft versucht, Uber-Fahrer zum Wechseln zu bewegen.

Uber, Lyft und ähnliche Dienste vermitteln über Smartphone-Apps Chauffeure und private Fahrer als Konkurrenz zu Taxis. Unter anderem in Deutschland werfen Behörden und das Taxi-Gewerbe den Startups vor, gesetzliche Regeln und Auflagen zu missachten und damit den Wettbewerb zu verzerren.

Uber darf in Hamburg weitermachen - Untersagungsverfügung formal nicht rechtens

Uber darf in Hamburg vorläufig weiter seine Dienste anbieten. Eine Untersagungsverfügung der Hamburger Wirtschaftsbehörde gegen Uber sei aus formellen Gründen nicht rechtens, teilte das Verwaltungsgericht Hamburg am Mittwoch mit. Rechtsgrundlage für die Untersagung seien Vorschriften der Gewerbeordnung, die in Hamburg von den Bezirksämtern überwacht werde. Die angefochtene Verfügung habe aber die Wirtschaftsbehörde als Aufsichtsbehörde für das Verkehrsgewerbe erlassen. Dafür sei sie nicht zuständig. Ob die Untersagungsverfügung inhaltlich richtig sei, habe das Verwaltungsgericht damit nicht entschieden.

Die Wirtschaftsbehörde kündigte an, mit dem Fall so schnell wie möglich in die nächste Instanz zum Oberverwaltungsgericht zu gehen. Das sei innerhalb von zwei Wochen möglich. "Die Argumentation des Verwaltungsgerichts überzeugt uns nicht", sagte Sprecherin Helma Krstanoski. Uber verbreite sein Angebot über das Internet und fahre in ganz Hamburg. Das lasse sich nicht einem Bezirk zuordnen.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang