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Kreis Borken verlegt eigene Breitband-Leerrohre

Es soll eine Investition in die Zukunft sein: Mit über drei Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket errichtet der Kreis im Münsterland ein eigenes Leerrohrnetz von 160 Kilometern Länge. Provider könnten darin dann Glasfaser verlegen.

02.11.2009, 09:26 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Die Zukunft soll im Kreis Borken Einzug halten. Was dem freien Markt bislang nicht gelang, bringt nun die öffentliche Hand in Gang. Der aus 17 Gemeinden bestehende Kreis im Münsterland wird knapp 3,2 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung buchstäblich in den Sand setzen. In Eigenregie werden bis Ende 2010 insgesamt 160 Kilometer Leerrohre verlegt. Die Hoffnung der Kreisverwaltung: Provider werden die neue Infrastruktur für die Errichtung moderner Glasfasernetze nutzen, wenn die Leerrohre erst einmal im Boden liegen .
"Jeder Ort soll ans Netz"
"In einzelnen Lagen gibt es flächendeckend keinen DSL-Anschluss", so Elisabeth Schwenzow, die Projektleiterin der Wirtschaftsförderung Borken laut einem Bericht des Online-Portals derwesten.de. Vor Ort verfügbare Hochleistungsbreitbandnetze seien teils sehr teuer. Auch bislang nicht berücksichtige Gebiete werden von der Millionen-Investition profitieren. "Jeder Ort soll ans Netz", so Schwenzow weiter. Das komplette Leerrohr-System wird ab 2011 allen Internetanbietern offen stehen.
Eigene Leerrohr-Infrastruktur als Zukunftsinvestition
Im Borkener Gebiet gebe es zwar auch heute schon schnelle Breitbandverbindungen, doch die meisten Haushalte seien noch über herkömmliches Kupferkabel an die Knotenpunkte angeschlossen. In einigen Gemeinden bestehe aktuell noch kein vordringlicher Bedarf, in Isselburg seien etwa 95 Prozent aller Haushalte an das DSL-Netz angeschlossen. Die Verlegung der Leerrohre sei aber vor allem auch eine Zukunftsinvestition und bringe den Kommunen zudem einen Standortvorteil.
Das Geld aus dem Konjunkturpakt reiche für den kompletten Ausbau des Leerrohrnetzes nicht aus. Denn pro Kilometer Leerrohr würden Kosten von 40.000 Euro anfallen. Die Bürgermeister der Kreiskommunen hätten laut "Borkener Zeitung" aber eine finanzielle Beteiligung zugesichert.

(Jörg Schamberg)

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