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"Krautreporter" sammeln weiter: Endspurt in letzter Minute für neues Web-Magazin

Sie traten an, um den Wald- und Wiesenjournalismus im Internet zu bekämpfen - scheinbar ein Kampf gegen Windmühlen. Doch 500.000 Euro haben die Krautreporter offenbar schon zusammen - und ein Spendenboom bis 13. Juni kann das Projekt noch retten.

11.06.2014, 08:01 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Ihr seid die Crowd, wir sind die Reporter" - mit diesem Slogan hoffen die Initiatoren des Web-Magazins "Krautreporter", noch bis zum Ablauf der Frist an diesem Freitag (13. Juni) das notwendige Geld für ihr Internet-Projekt zusammenbekommen. "Wir geben die Hoffnung nicht auf", sagte Herausgeber Sebastian Esser am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Derzeit fehlen offenbar noch rund 7.000 Abonnenten.

Endspurt: Zusagen steigen wieder an

"Wir geben die Hoffnung nicht auf", sagte Herausgeber Sebastian Esser am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Im Internet war bereits von einem Scheitern des Vorhabens die Rede, über freiwillige Zahlungen von Nutzern innerhalb eines Monats 900.000 Euro für den Start des Magazins zu sammeln. Bis Dienstag habe "Krautreporter Zusagen über mehr als 500.000 Euro von 8.500 Unterstützern erhalten.

Esser äußerte sich zuversichtlich, noch in letzter Minute das notwendige Geld zu sammeln. In den vergangenen Tagen sei es wieder mit den Zusagen aufwärts gegangen.

30 Autoren wollen Online-Medienwelt retten

Eine Gruppe von rund 30 Autoren, darunter Journalisten wie Stefan Niggemeier, Richard Gutjahr und Thomas Wiegold, wollen in dem Internet-Magazin Reportagen und Hintergrundberichte werbefrei ins Netz stellen.

"Krautreporter" soll sich über Beiträge von Lesern finanzieren. Als Muster dient das niederländische Netzmagazin "De Correspondent", das mit Berichten aus erster Hand in nur neun Monaten 30.000 zahlende Unterstützer bekommen haben soll.

Der Name "Krautreporter" geht auf den Begriff Crowdfunding zurück. Dabei verpflichtet sich eine Menge Menschen, mit ihren Beiträgen ein Start-up zu finanzieren -und die "Sanduhr" läuft seit 13. Mai 2014.

In den Medien wurde das Projekt ambivalent beurteilt. Während die Befürworter den Idealismus würdigen und Leser zur Unterstützung aufrufen, gibt es auch kritische Ansätze. So sehen sich offenbar mehrere Journalisten persönlich angeklagt, Teil des "kaputten Journalismus" zu sein.

Das Konzept sei zu schwach, der Anspruch zu hoch, die Kritik zu pauschal, so beispielsweise Christian Jakubetz, Dozent an der Deutschen Journalistenschule München, in seinem Blog "Anmerkungen eines Medienmenschen". Schlechte Bereichterstattung gebe es außerdem nicht nur online, so der Autor.

(Dorothee Monreal)

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