News

Krankenschwester stirbt an Stromschlag durch billiges Handy-Ladegerät

Der Tod einer 28-jährigen aus Australien ist vermutlich durch ein Billig-Ladegerät verursacht worden. Der Tod der zweifachen Mutter hatte zunächst Rätsel aufgegeben. Sie war mit Verbrennungen an Ohren und Brust in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Die australischen Behörden berichteten jetzt über das Ergebnis ihrer Untersuchungen in dem Fall.

29.06.2014, 09:01 Uhr (Quelle: DPA)
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Ein billiges USB-Ladegerät für 4,95 australische Dollar wird für den Tod einer Mutter von zwei Kindern in Australien verantwortlich gemacht. Die 28-Jährige erlitt während sie mit dem Smartphone telefonierte einen tödlichen Stromschlag, wie die Verbraucherschutzbehörde im Bundesstaat New South Wales am Freitag berichtete. Sie war mit Verbrennungen an Ohren und Brust tot in ihrer Wohnung gefunden worden. Die Behörden untersuchten daraufhin den zunächst rätselhaften Todesfall. "Es sieht alles danach aus, dass dieser Stecker etwas mit dem Stromschlag zu tun hatte", sagte Behördenchef Rod Stowe.

Tödlicher Stromschlag über USB-Adapter

Die Frau hatte offensichtlich mit dem Smartphone telefoniert und Kopfhörer an ihrem Laptop angeschlossen. Das Smartphone war währenddessen über einen USB-Stecker, der nicht den australischen Sicherheitsstandards entsprach, an die Steckdose angeschlossen. In dem Stecker, der zum Aufladen von Handys und Tablets verkauft wird, fehlte Isoliermaterial, berichtete die Behörde in einer Warnmitteilung. Auf der Website der Organisation sind zahlreiche Abbildungen gefährlicher USB-Ladegräte zu sehen.

Neben Handy-Ladegeräten häufig auch Reiseadapter sowie Steckdosenleisten betroffen

Weitere billige Netzteile sowie Stecker wurden daraufhin bei einem Händler beschlagnahmt, wo auch die 28jährige ihr Netzteil erworben haben soll. Dem Händler droht nun eine Anklage. Neben Handy-Ladegräten sind häufig auch Reiseadapter sowie Steckdosenleisten ohne die amtlichen Prüfsiegel zu finden. Die Behörde warnt unterdessen eindringlich vor elektronischen Geräten, die nicht die gesetzlichen Sicherheitsstandards erfüllen, welche häufig auch über eBay vertrieben werden.

Auch in Europa Warnung vor Stromschlag oder Brandgefahr

Zahlreiche gefährliche Netzteile und Ladegeräte sind auch in Europa im Handel. Allein das "RAPEX"-System der Europäischen Kommission zählt 18 aktuelle Warnungen für Ladegeräte (Charger) auf. In Europa sind Geräte, welche laut Hersteller den Normen entsprechen, am CE-Zeichen zu erkennen. Mehr Sicherheit bietet das GS-Zeichen, welches das einzig gesetzlich geregelte Prüfzeichen in Europa für Produktsicherheit ist. Allerdings ist es nur selten auf Handy-Ladegeräten zu finden.

(Michael Frenzel)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang