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Konkurrenz rüstet sich gegen Telekom-Deal

Wenn die Nummer vier im Markt die Nummer fünf schlucken will, kann der Rest nicht tatenlos zusehen: US-Mobilfunkkonzern Dish bietet 25 Mrd. Dollar für Sprint-Nextel, um sich zu wappnen. Denn die T-Mobile USA interessiert sich für MetroPCS. Doch die Wettbewerbshüter können noch alles durchkreuzen.

15.04.2013, 16:38 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der Vorstand der Deutschen Telekom in Bonn dürfte hellhörig werden: Der Satellitenfernseh-Anbieter Dish Networks bietet 25,5 Milliarden Dollar (19,5 Milliarden Euro) für den drittgrößten Mobilfunk-Betreiber des Landes, Sprint Nextel. Die Kunden bekämen durch den Zusammenschluss Fernsehen, Internet und Telefon aus einer Hand, begründete Dish-Chef Charlie Ergen am Montag seinen Vorstoß.

Sprint konkurriert mit der Telekom

Sprint Nextel ist einer der größten Rivalen der Telekom-Tochter T-Mobile USA. Die Deutschen sind auf dem amerikanischen Mobilfunk-Markt die Nummer vier und wollen sich gerade mit der Nummer fünf MetroPCS zusammenschließen. Durch das gemeinsame Netz sollen Kosten eingedämmt und der Schwund von Vertragskunden gestoppt werden.

Der amerikanische Mobilfunk-Markt ist heiß umkämpft. Schon im Oktober bot der japanische Kommunikationskonzern Softbank 20,1 Milliarden Dollar für Sprint Nextel einen Anteil von 70 Prozent an Sprint. Letztlich ist es an den Aktionären, ihren Favoriten zu wählen. Ein Vergleich der zwei Offerten ist dabei nicht ganz einfach: Unter dem Dish-Angebot sollen 17,3 Milliarden Dollar in bar fließen und der Rest in Dish-Aktien. Die Softbank-Offerte umfasst eine Kapitalerhöhung.

"Die bessere Alternative"

"Das Angebot von Dish ist ganz klar die bessere Alternative", ist Dish-Chef Ergen überzeugt. Bereits der Fall von T-Mobile hatte aber gezeigt, wie schwierig es ist, derartige Pläne auch zum Erfolg zu führen. Der Versuch der Deutschen Telekom, ihre US-Mobilfunktochter für 39 Milliarden Dollar an den größeren Rivalen AT&T zu verkaufen, scheiterte am Widerspruch der US-Wettbewerbshüter. Beim Zusammenschluss mit MetroPCS mussten die Bonner ihr Angebot nachbessern, um den Widerstand großer MetroPCS-Aktionäre zu brechen.

Dish erhofft sich durch den Zusammenschluss mit Sprint Nextel, neue Kunden zu gewinnen und 11 Milliarden Dollar einzusparen. An der Börse kam die Offerte gut an: Die Sprint-Aktie stieg vorbörslich um 16 Prozent auf 7,19 Dollar.

Als nächstes dürfte sich der Verwaltungsrat von Sprint Nextel äußern und erklären, welches Angebot er bevorzugt. Softbank hätte auch die Möglichkeit, die eigene Offerte aufzustocken.

(Dorothee Monreal)

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