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Kommentar: E-Plus betreibt Image-Pflege

Während E-Plus ein eher negatives Image hat, gilt Base als hip und innovativ. Daher ist es Fokussierung auf 'Mein Base' logisch und nachvollziehbar - aber auch ein Risiko.

25.01.2010, 15:09 Uhr
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Die E-Plus-Gruppe räumt auf. Nicht nur keine eigenen Tarife mehr geben, sondern auf Bestandskundenpflege gesetzt. Das ist mutig, aber letztlich eine logische Konsequenz, die dem eigenen Image geschuldet ist.
E-Plus ist out
Denn bei vielen Kunden hat die Marke E-Plus ein eher negatives Standing. Geschäftskunden monieren die in der Regel vergleichsweise langsamen Verbindungen beim mobilen Internet, Privatkunden schimpfen über veraltete Tarife und in einschlägigen Internetforen wird immer wieder über die suboptimal ausgebaute Netzinfrastruktur gelästert. Die Folge: in den zurückliegenden Quartalen hat E-Plus immer mehr Kunden verloren, während im Zuge einer Discount-Strategie bei diversen neuen Marken ein Kundenwachstum verzeichnet werden konnte.
Unklar ist allerdings, ob in der E-Plus-Gruppe auch Base mit seinen Vertragstarifen zu den Gewinnern bei der Kundengewinnung zählte. Zahlen, wie viele Kunden einen Base-Tarif nutzen, gibt es offiziell nämlich nicht. Fakt ist aber, dass Base insbesondere bei Jugendlichen ein deutlich besseres Image genießt als E-Plus. Die Flatrate-Marke gilt als hip und innovativ. Zudem hat sie den Ruf, deutlich kundenfreundlicher aufzutreten. Denn bei Base hat es die E-Plus-Gruppe frühzeitig verstanden, die Kunden zum Beispiel mit kostenlosen Kinovorstellungen oder Sonderaktionen zu kleinen Fans zu machen.
Die Überlegung, Base statt E-Plus in den Mittelpunkt der künftigen Neukunden-Vermarktung zu stellen, ist daher nachvollziehbar. Ob die Idee jedoch aufgehen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Bei der E-Plus-Gruppe argumentiert man zwar, der Vorteil der neuen Base-Tarife liege in der Flexibilität. Und die Möglichkeit, die einzelnen Flat-Bausteine monatlich zuzubuchen und auf Wunsch auch wieder kündigen zu können, ist in der Tat nicht zu verachten. Jedoch riskiert Base auch seinen Ruf, transparente und einfache Tarife anzubieten.
Mehr ist nicht immer besser
Momentan ist beispielsweise der Bestellprozess unter www.base.de selbst für Menschen mit Affinität zum Internet und der Mobilfunkwelt eher weniger leicht zu durchschauen. Es fehlt an Struktur und Übersichtlichkeit im Seitenaufbau. Und es darf zumindest angezweifelt werden, ob es Shop-Mitarbeitern auf Anhieb gelingen wird, die neue Tarifstruktur von Base plausibel zu erklären. Wer von Handytarifen keine Ahnung hat, wünscht sich Fakten in Form leicht verständlicher Angebote und keine Optionen. Eine Erkenntnis, zu der auch congstar beim einst angebotenen Tarif-Baukasten-Prinzip schon gekommen ist.
Es wird wohl einige Zeit brauchen, bis verstanden wird, welche Möglichkeiten die vielen verschiedenen Optionen bei Base bieten. Manchmal ist etwas weniger eben doch mehr.

(Hayo Lücke)

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