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Kommando zurück: iPad darf ins "gelobte Land"

Manko oder Manöver? Israel lässt iPads jetzt ins Land, aber nur ein Stück pro Person. Die Bedenken wegen Störsender-Effekten sollen inzwischen zerstreut sein. Gerüchten zufolge steckt jedoch ein marktwirtschaftlicher Schachzug hinter dem Einfuhrstopp.

26.04.2010, 16:31 Uhr
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Grünes Licht fürs iPad: Israel rudert zurück und hat nun doch für Apples Tablet-PC die Schranken geöffnet. Das iPad darf entgegen bisheriger Aussagen ins Land eingeführt werden, jedoch derzeit nur ein Stück pro Person. Das geht aus einer Online-Mitteilung des Kommunikationsministeriums hervor.

Militärische Frequenzen bedroht

Das Veto wurde damit begründet, die WLAN-Technologie des iPad sei nicht mit israelischen Standards kompatibel, die den europäischen ähneln, vom US-amerikanischen jedoch abweichen. Medienberichten zufolge fürchteten die Behörden, das iPad könne militärisch genutzte drahtlose Frequenzen stören.

Inzwischen sollen Prüfer festgestellt haben, dass das Gerät sich an einem WLAN-Zugangspunkt anmeldet und dann automatisch anpasst, so dass die Sorge vor Störsender-Effekten unbegründet sei. Die bereits am Flughafen konfiszierten Geräte sollen an ihre Besitzer herausgegeben werden.

JP: Importeur wollte Markt schützen

Gerüchten zufolge soll der vorübergehende Einfuhrstopp aber eigentlich eine ganz andere Ursache haben. In Wirklichkeit gehe es auf das Betreiben des israelischen Apple-Generalimporteurs iDigital zurück, der laut Jerusalem Post (JP) dem Sohn des israelischen Präsidenten gehört. Die Zeitung berichtet, dieser habe laut Aussage seines Konkurrenten Boaz Ordan verhindern wollen, dass der mögliche Verkaufsschlager schon vor offiziellem Verkaufsstart über Grauzonen in Israel eingeführt werde. Dann würde iDigital so mancher Schekel durch die Lappen gehen – wie seinerzeit bei der Markteinführung des iPhone.

"Die Sache riecht nach Klüngel", wird Ordan zitiert. Es gebe keinen logischen Grund für den Einfuhrstopp und sein plötzliches Ende.

(Dorothee Monreal)

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