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knockAge: Laptops per Klopfzeichen steuern

Ein IBM-Programmierer hat ein Script entwickelt, dass die Bewegungssensoren von ThinkPads nutzt, um Klopfzeichen zu erkennen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.

31.07.2006, 18:53 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Zugegeben, wer möchte nicht manchmal seinen Laptop am liebsten schlagen, wenn sich dieser wieder von seiner störrischen Seite zeigt? Doch selbst Schläge lassen den Laptop kalt. Er kann mit einer solch gewaltsamen Befehlseingabe nichts anfangen. Mit genau dieser Problematik hat sich IBM-Programmierer Nathan Harrington beschäftigt und ein Perl-Script entwickelt, das Laptops durch Klopfzeichen steuern kann.
Sensoren erkennen Sturz
Das Programm, "knockAge" genannt, macht sich IBMs "Hard Drive Active Protection System" (HDAPS) zu Nutze, mit dem ab 2003 IBM ThinkPads (heute zu Lenovo gehörend) ausgerüstet wurden. ThinkPads die über dieses System verfügen sind mit Beschleunigungssensoren ausgestattet, die plötzliche Bewegungsänderungen erkennen können und bei einem Sturz den Schreib-/Lesekopf der Festplatte parken bis sich das Gerät wieder stabilisiert hat.
"knockAge" nutzt diese Sensoren, die bis zu einem gewissen Grad sogar die Lage des Laptops im Raum erkennen können, um die Klopfzeichen des Nutzers dem Laptop beizubringen. Benötigt wird neben einem ThinkPad mit HDAPS-Technik ein aktueller Linux-Kernel mit HDAPS-Treibern. Nach dem Aufrufen des Scripts, können Klopfsequenzen mit dem Programm aufgenommen werden. KnockAge erkennt dann eine später eingegebene Klopfsequenz und führt den damit verknüpften Befehl, zum Beispiel das Starten eines Programms, aus.
"Bitte klopfen Sie ihr Passwort ein..."
Die Möglichkeiten, den Laptop per Klopfzeichen zu steuern sind unbegrenzt: So lässt sich zum Beispiel der MP3-Player durch Klopfen bedienen ("zweimal Klopfen, nächster Track") oder der Bildschirm durch die Schläge sperren und entsperren. Das Klopfen kann auch als Passwort-Ersatz zum Einsatz kommen. Hierfür empfiehlt der Autor allerdings, eine Liedmelodie als Passwort-Sequenz zu benutzen, da diese immer exakt wiedergegeben werden kann. Theoretisch ließen sich auch E-Mails durch die Eingabe von Morsecode schreiben.
Das knockAge Script kann kostenlos von der IBM developerWorks-Seite heruntergeladen werden. Ebenso ist ein Video verlinkt, dass den Einsatz von knockAge in der Praxis zeigt. Bislang läuft das Programm nur unter Linux, der Programmierer weist aber darauf hin, dass auch das Apple MacBook mit Beschleunigungssensoren ausgestattet ist und theoretisch die gleichen Methoden wie beim ThinkPad genutzt werden könnten.

(Christopher Bach)

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