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Klingelterror: Jamba in USA vor Gericht

Gleiche Geschäftspraktiken, anderer Name: Jamba heißt in den USA Jamster – und bekommt es jetzt mit verärgerten Kunden zu tun. Vor Gericht.

07.04.2005, 16:31 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Andere Länder, andere Sitten? Nicht so bei Jamba: während der Klingelton-Dealer hierzulande wegen seiner undurchsichtigen Geschäftspraktiken mehrfach in die Kritik geriet, steht dem amerikanischen Pendant jetzt eine Sammelklage vor der Tür.
Amis in der Abo-Falle
Einem Bericht des US-Magazins InfoWorld zufolge hat Charles Ford, seines Zeichens erboster Vater einer elfjährigen Tochter, den Stein ins Rollen gebracht. Sein Nachwuchs hatte auf eine Werbung von Jamster reagiert, in der es hieß, man erhalte einen kostenlosen Klingelton, wenn man an die angegebene Nummer eine SMS senden würde. Tatsächlich erhielt das Mädchen mehrere Textnachrichten, die jeweils mit 1,99 US-Dollar berechnet wurden, zuzüglich der Providerkosten.
California Nightmare
Die Anwaltskanzlei Callahan, McCune & Willis reichte am vergangenen Dienstag beim Obersten Gericht von Kalifornien in San Diego Klage ein – und packt gleich die große Keule aus. Nicht nur gegen Jamster richtet sich das Verfahren, sondern auch gegen die Muttergesellschaft VeriSign, deren deutsche Tochter Jamba sowie die drei US-Mobilfunkbetreiber T-Mobile USA, AT&T Wireless Services und Cingular Wireless. Allesamt mochten den Fall gegenüber InfoWorld noch nicht kommentieren. Die Kanzlei sucht nun nach weiteren Betroffenen für eine Sammelklage, die bei Erfolg das Unternehmen ernsthaft gefährden könnte.
Taschengeldbetrug?
Schließlich geht es den Klägern nicht nur um die durchschnittlich 75 US-Dollar, die den nichts ahnenden Kunden monatlich vom Jamster-Hamster abgeknöpft wurden. Vielmehr bestehe der Verdacht des vorsätzlichen Betrugs Minderjähriger. Während Sweety und Co. hierzulande die Werbepausen vor allem bei Musiksendern zur Marter machen, könnte sich der US-Ableger eine solch penetrante Kampagne gar nicht leisten. Weil die Werbung auf amerikanischen Musiksendern sehr teuer ist, hat Jamster sich auf den Kinderkanal Nickelodeon eingeschossen. Zielgruppe: Sechs bis 14-jährige Kinder. Sollte das Verfahren in den USA Erfolg haben, könnte Jamster mit der Sammelklage ein millionenschwerer Schaden entstehen.

(Aleksandra Leon)

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