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Kleiner und schneller: Typ-C Stecker für USB 3.1 vorgestellt

USB 3.1 bringt eine theoretisch doppelt so hohe Geschwindigkeit wie USB 3.0. Dazu sind allerdings auch neue Stecker und Buchsen nötig.

12.09.2014, 09:20 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Am Dienstag hat Intel auf dem Intel Developer Forum (IDF) in San Francisco den für das kommende USB 3.1 entwickelten Typ-C Stecker vorgestellt. Der Stecker soll nach und nach alle anderen Steckertypen ersetzen. Er ist mit einer Breite von ca. 8,3 Millimeter und einer Höhe von ca. 2,5 Millimeter wesentlich kleiner als ein Typ-A Stecker und etwas größer als ein USB 2.0 Mini-Stecker. Er verfügt pro Seite über 12 innenliegende Kontakte und ist nicht richtungsgebunden, lässt sich also beidseitig einstecken.

Robust, aber nicht abwärtskompatibel

Auch an der Stabilität wurde gearbeitet. Der Typ-C Stecker ist für 10.000 (Typ-A: 1.500) Steckvorgänge ausgelegt und soll einer gegenüber vorherigen Steckern doppelt so hohen Verwindung standhalten. Zudem rastet der Stecker für einen spielfreien Sitz mit Hilfe von zwei Federn an der Kontaktzunge in der Buchse ein. Anders als USB 3.0 Stecker, sind Typ-C Stecker nicht abwärtskompatibel. Für einige Anwendungsfälle soll es allerdings Adapter geben.

Zukunftssicher und universell

Da der Typ-C Stecker mit dem Ziel entwickelt wurde, ungefähr 15 Jahre nutzbar zu bleiben, wurde neben dem für USB 3.1 üblichen SuperSpeed+ Standard, der bei 5 GHz mit einer Dämpfung von 6 dB eine Übertragungsgeschwindigkeit von 10 GBit/s vorsieht, auch eine Übertragung bei 10 GHz mit einer Dämpfung von 11 dB spezifiziert, die auch zukünftigen Standards gerecht werden soll. Zudem werden von den vorhandenen 24 Kontakten bis jetzt nur 12 genutzt. Auch USB-fremde Daten, wie beispielsweise Audiosignale, könnten über einen USB Typ-C Anschluss ausgegeben werden. Dies würde zusätzliche Klinkenbuchsen an Geräten wie Smartphones durch entsprechende Adapter nicht mehr erforderlich machen. Über den bereits existierenden USB-AV Standard lassen sich auch Bildschirme über USB betreiben.

Bessere Stromversorgung

Typ-C Stecker sind für eine maximale Stromstärke von 5 A ausgelegt. Der bereits existierende Standard USB Power Delivery 2.0 erlaubt es USB-Geräten Spannung, Strom und Stromrichtung individuell untereinander auszuhandeln. Hierbei wird auch die Art des Kabels erkannt und die Spannung sowie Stromstärke im Rahmen der für das genutzte Kabel zugelassenen Spezifikationen eingestellt. USB Power Delivery 2.0 ist zwar auch mit älteren USB 2.0 Kabeln und A/B-Steckern möglich, die maximale Leistung von 100 W (5A bei 20V) steht aber nur mit Typ-C Steckern und entsprechenden Kabeln zur Verfügung. Auch die flexible Nutzung einzelner Leitungen einer USB-Verbindung wie die oben genannte Verwendung zur Übertragung von Audiosignalen sind hier definiert. USB Power Delivery ergänzt den älteren Standard USB Batterie Charging 1.2, der in erster Linie zum Laden von Smartphones über USB gedacht war und deshalb nur eine Stromstärke von 1,5 A bei 5V zuließ.

Nicht nur für USB 3.1

Auch wenn Typ-C Kabel hauptsächlich für den 10 GBit/s schnellen USB 3.1 SuperSpeed+ Modus entwickelt wurden, dürfen auch USB 2.0 Kabel mit Typ-C Steckern und 5 statt 15 Adern gebaut werden. Ein Zertifizierungsprogramm und das Superspeed-Logo sollen helfen, echte USB 3.1 Kabel von langsameren Exemplaren zu unterscheiden.

Verfügbarkeit erst Ende des Jahres

Da es bis jetzt noch kein USB 3.1 Hostcontroller bis zur Serienreife geschafft hat, werden USB 3.1 fähige Geräte frühestens zum Ende des Jahres 2014 erwartet.

(Falko Kuplent)

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