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Klau-Angst: Handys haben oft Hausarrest

Früher verließ niemand das Haus ohne Handy. Ist es bald umgekehrt? Die Deutschen haben Angst vor Langfingern: Jeder Zweite ist "reif" für eine Versicherung. Das belegt eine E-Plus-Umfrage.

13.06.2010, 00:01 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

"Ohne Handy bin ich aufgeschmissen." Wer hat diesen Satz nicht schon einmal gehört? Kein Wunder, gilt das kleine Kommunikationsgerät doch als das am weitesten verbreitete technische Gerät in Deutschland. Und viele Nutzer verzichten inzwischen ganz auf den Festnetzanschluss. Wer seine Kontaktdaten nicht sichert, verliert also nicht nur sein Gerät, sondern auch sämtliche Telefonnummern.

Jeder Fünfte verliert sein Handy

Das gilt nicht nur für Erwachsene: Einer TNS Emnid-Umfrage zufolge haben 97 Prozent der 15- bis 18-Jährigen ein eigenes Handy und nutzen es auch auf dem Schulweg.

Aber gerade unter Jugendlichen gilt das Mobilfunk-Gerät auch als begehrtes Diebesgut. Eine Umfrage der E-Plus Gruppe zusammen mit handelsblatt.com belegt: Schon fast jeder Fünfte (17,9 Prozent) aus der Altersgruppe der 21 bis 35-Jährigen geht abends lieber ohne Handy aus dem Haus. Und das nicht ohne Grund, hat doch schon fast jeder fünfte Deutsche einmal seins verloren – mit oder ohne Mitwirkung von Langfingern.

Deshalb ist auch jeder zweite Nutzer (54 Prozent) bereit, eine Versicherung abzuschließen, so das Ergebnis der Umfrage. Fast 47 Prozent würden dafür jährlich bis zu 20 Euro ausgeben, weitere 7 Prozent sogar mehr. In vielen Fällen greift jedoch auch die Hausratversicherung, zum Beispiel wenn das Gerät aus der eigenen Wohnung oder beim Raubüberfall gestohlen wird.

Handy weg? Schnell reagieren!

Ist das Malheur passiert und das Gerät verschwunden, heißt es keine Zeit verlieren. Ein Anruf beim Mobilfunk-Anbieter sperrt die Karte und verhindert ungewollte Telefonate ins Ausland oder zu Sondernummern. Deshalb sollten Nutzer die Provider-Hotline immer in der Tasche haben. Sie finden sie auf den Rechnungen oder auf der Internet-Seite des Anbieters.

Wer ein Smartphone sein eigen nennt, kann mit mit Hilfe des Fernzugriffs sein Handy orten oder gleich abschalten. Viele Geräte haben entsprechende Zusatzprogramme bereits an Bord, bei anderen könnte sich ein Zukauf lohnen.

Schließlich hat sich auch das ein oder andere Webportal auf abtrünnige Mobilfunkgeräte spezialisiert. So bietet beispielsweise die Seite handyreg.com einen Such- und Find-Dienst nach Art eines sozialen Netzwerks an. Der Erfolg steht und fällt allerdings mit der Anzahl der ehrlichen Mitmacher.

Grüne: "Anbieter scheuen Kosten"

Nicht durchgesetzt hat sich bisher der Appell der Grünen an die deutschen Mobilfunkbetreiber, das Sperren der Geräte-Identifikationsnummer (IMEI) anzubieten. Dadurch könne der Anbieter verlorene Handys aus der Ferne unbrauchbar machen – aber diese scheuen offenbar die damit verbundenen Kosten.

So groß die Angst der Deutschen vor dem Handyverlust auch ist – noch sind sie nicht so weit, dass sie ihr Gerät gleich nach dem Kauf im Safe verbarrikadieren und täglich nachsehen, ob es noch da ist. Immerhin gibt es zahlreiche riskante Gelegenheiten, die ohne Quasseln oder Simsen eben nur halbsoviel Spaß machen, so die E-Plus-Umfrage: Im Urlaub lassen nur 11 Prozent der Befragten ihr Mobilfunkgerät zu Hause. Und beim Shoppen nur 3,4 Prozent.

(Dorothee Monreal)

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