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Klage gegen Paypal: Vertragsklauseln im Fadenkreuz

Paypal ist wohl das bekannteste Bezahlsystem im Online-Handel. Trotzdem - oder gerade deshalb - häufen sich Nutzer-Beschwerden über Misstände. Die Verbraucherzentralen haben jetzt Klage eingereicht. Der Grund: Schwammige Vertragesklauseln.

28.05.2013, 17:16 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Ebay macht gute Umsätze, nicht zuletzt dank der Tochter Paypal. Aber nicht alle sind glücklich über das Bezahlsystem: Beschwerden über eingefrorene Konten und unklare Vertragsklauseln häufen sich. Das ruft die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) auf den Plan: Sie hat den Dienst nach Informationen von "Spiegel online" verklagt. Stein des Anstoßes sind offenbar zehn Klauseln, die die Nutzer benachteiligen können.

Vzbv fordert Zeitfenster für Prüf-Phase

Paypal ist ein weit verbreitetes Bezahlsystem im Online-Handel, auf das viele Händler setzen und das vor allem durch eBay bekannt geworden ist. Nach Angaben des Dienstes bietet Paypal mehr Sicherheit beim Geldtransfer als beispielsweise eine klassische Überweisung. Seit der Gründung im Dezember 1998 in Kalifornien gibt es jedoch immer wieder Beschwerden: So kommen manche Kunden offenbar nicht an das Geld auf ihren Paypal-Konten heran, weil der Zugriff gesperrt worden ist.

Tatsächlich bucht der Anbieter das Geld des Käufers zunächst auf ein Zwischenkonto und prüft bei Sicherheitsbedenken erst einmal die Sachlage. Der Verbraucher hat kein konkretes Zeitfenster, wann die Prüfung beendet und die Zahlung abgeschlossen ist, steht aber dem Händler gegenüber in der Zahlungspflicht, so die vzbv. Das könne nicht angehen: Die Nutzer müssten erfahren, warum und wie lange ihre Zahlung in der Schwebe ist, so einer der Vorwürfe.

Konten "nach wenigen Tagen" wieder frei

Kaum verwunderlich, dass Paypal anderer Meinung ist. Konten würden nur bei gewichtigen Gründen eingeschränkt, um Geldwäsche, unberechtigte Zugriffe auf Nutzerkonten zu verhindern. Die Konten würden "meist innerhalb weniger Tage" wieder freigegeben, so Paypal gegenüber der "Berliner Zeitung".

Paypal verzeichnet mittlerweile annähernd 120 Millionen Konten, ein Plus von 18 Millionen binnen einem Jahr. Dennoch dürften dem Dienst die negativen Schlagzeilen nicht so recht ins Konzept passen: Gerade planen die Anbieter eine Werbekampagne, denn Bezahldienste boomen, der Markt wird enger und die Konkurrenz schläft nicht. Eingericht wurde die Klage des vzbv offenbar bereits im März. Wann es zu einer Entscheidung kommt, ist derzeit noch offen.

(Dorothee Monreal)

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