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Klage gegen Mobilfunkmasten

In Straßburg wird seit heute ein Prozess um eine Mobilfunk-Sendeanlage geführt. Es klagt eine 42-jährige, die nach eigenen Angaben, mit Ohrensausen und Kribbeln in Händen und Füßen auf die elektromagnetischen Wellen reagiert.

08.09.2006, 13:26 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Das Straßburger Landgericht beschäftigt sich seit heute mit möglichen Gesundheitsgefahren durch Mobilfunk-Anlagen. In dem Prozess hat eine 42-jährige Elsässerin, die hypersensibel auf elektromagnetische Wellen reagiert, ihre Wohnungsgesellschaft wegen eines Mobilfunkmastes auf dem Dach ihres Sozialwohnungsblocks verklagt.
Unschöne Begleiterscheinungen
Nach eigenen Angaben leidet sie unter Ohrensausen, Kribbeln in Händen und Füßen und Vibrationen im Gesicht, die sich wie kleine Stromschläge anfühlen. Die Wohnungsgesellschaft CUS Habitat wies die Vorwürfe zurück und beantragte die Abweisung der Klage. Das Urteil soll am 29. September verkündet werden.
"Ich will, dass man einen Freiraum um mich schafft, damit ich normal leben und diesen Kampf beenden kann", sagte Klägerin Sabine Rinckel bei Gericht. Ihre Anwältin Bénédicte Lagrandé erklärte, Rinckel leide seit April 2003 unter der inzwischen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Krankheit anerkannten Hypersensibilität gegen elektromagnetische Wellen. Sie poche "auf ihr ungestörtes Nutzrecht" für ihre Wohnung. Die Anwältin der Wohnungsgesellschaft, zeigte sich "sehr überrascht" über die Klage. Rinckel seien mehrfach andere Wohnungen angeboten worden. Diese habe sie immer abgelehnt.
Mobilfunker will nichts tun können
Der Betreiber des Mobilfunkmastes, Bouygues Télécom, hatte im Vorfeld des Prozesses auf eine britische Studie verwiesen, nach der hypersensible Reaktionen auf elektromagnetische Wellen äußerst selten sind. Das Unternehmen könne in dem Fall nichts tun, sagte Firmenvertreter René Szwarcberg. "Oder sollen wir 300.000 Straßburgern das Handy vorenthalten?"

(Hayo Lücke)

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