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Kirch-Imperium vermarktet Bundesliga-Rechte

Die DFL hat die Agentur Sirius beauftragt, die Übertragungsrechte im deutschsprachigen für den Zweitraum zwischen 2009 und 2015 zu vermarkten. Damit ist TV-Unternehmer Leo Kirch zurück im TV-Rechte-Geschäft.

09.10.2007, 18:10 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Leo Kirch hat geschafft, was ihm kaum noch jemand zugetraut hätte. Er ist zurück im TV-Rechte-Geschäft und wird über seine Agentur Sirius für die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Vermarktung der Übertragungsrechte für die beiden höchsten Fußball-Spielklassen übernehmen. Das gab die DFL am Dienstag im Anschluss an eine Mitgliederversammlung bekannt.
Drei Milliarden Euro für sechs Jahre
Demnach wird Sirus beauftragt, die TV-Rechte für die Spielzeiten zwischen 2009 und 2015 im deutschsprachigen Raum zu vermarkten. Die DFL kassiert für die zwei Rechteperioden á drei Jahren nach eigenen Angaben mindestens drei Milliarden Euro. Abgesichert werde dies durch eine Bankbürgschaft in Höhe von 100 Prozent, die zum 1. Januar des Jahres von einem renommierten Finanzinstitut für die darauf folgende Saison gestellt werden müsse.
Bei der nächsten Ausschreibung, die nach derzeitigem Plan im Frühjahr 2008 beginnen soll, wird die Agentur Sirius eng mit der DFL zusammen arbeiten. Die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen soll in enger Abstimmung zwischen DFL und der Agentur erfolgen. Wie bisher entscheidet der Vorstand des Ligaverbandes über die Annahme von Medienverträgen, bei Verträgen von über 30 Mio. Euro pro Jahr die Mitgliederversammlung. Vertragspartner der künftigen Rechteinhaber bleibt wie bisher der Ligaverband.
Ab der Saison 2009/10 vergibt die DFL im entgeltpflichtigen Live-Bereich nicht mehr nur die Ausstrahlungsrechte, sondern vertreibt ein fertig produziertes Produkt. Zur Produktion des Programms planen DFL und Sirius die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens. Die DFL hält daran einen Anteil von 49 Prozent, Sirius 51 Prozent. Die DFL will dadurch erreichen, dass alle Rechteinhaber ein qualitativ gleichwertiges Produkt erhalten – unabhängig davon, wer das Bundesliga-Programm auf welchem Verbreitungsweg zeigt.
Noch mehr Geld aus dem Auslandsgeschäft
Aus der Auslandsvermarktung und an weiteren Erlösen, zum Beispiel aus Marketing-Rechten, erwartet die DFL zwischen 2009 und 2015 weitere Zuflüsse in Höhe von 460 Millionen Euro. Insgesamt wird also für sechs Jahre mit Einnahmen in Höhe von 3,46 Milliarden Euro kalkuliert. Derzeit kassiert sie nach eigenen Angaben für drei Jahre rund 1,3 Milliarden Euro.

(Hayo Lücke)

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