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Kinderpornos: Bald doch Internet-Sperren?

Neuer Konfliktstoff für die Koalition: Werden Kinderporno-Seiten nach der Testphase nun doch gesperrt oder kann die FDP das Löschen durchsetzen?

28.02.2011, 16:31 Uhr (Quelle: DPA)
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Die richtige Vorgehensweise gegen Kinderpornografie im Internet bleibt in der Union umstritten. Der Unions-Fraktionsvize Michael Kretschmer wies am Montag einen Vorstoß seines Kollegen Günter Krings zurück. Der Unions-Fraktionsvize Krings dringt darauf, die umstrittenen Internet-Sperren gegen Kinderpornografie wieder einzusetzen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) müsse die per Erlass ausgesetzten Sperren zum 1. März wieder einführen, forderte er in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag).

Löschen statt Sperren?

Kretschmer sagte dagegen zu ZDF-"heute.de", Netzsperren seien ein Irrweg. Er plädierte dafür, die Seiten stattdessen zu löschen. Das könne innerhalb von Stunden bewerkstelligt werden. "Nur dadurch verschwindet das Zeug wirklich", sagte Kretschmer. Auch mit dem liberalen Koalitionspartner hat die Union darüber nach wie vor Streit: Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Christian Ahrendt, sagte am Montag in Berlin, der Erlass gelte noch bis zum 30. September. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, zu welchem Zeitpunkt das im Koalitionsvertrag vereinbarte Evaluierungsjahr ablaufe, sei derzeit Gegenstand von Gesprächen.

Das sogenannte Zugangserschwerungsgesetz verpflichtet Anbieter von Internetzugängen, Websites mit kinderpornographischen Inhalten zu sperren, die auf einer geheimen Liste des Bundeskriminalamts geführt werden. Die Regelung trat im Februar 2010 in Kraft. Die Koalition hatte sich jedoch auf Drängen der FDP darauf geeinigt, die Sperrung für ein Jahr auszusetzen und das Löschen der Seiten zu prüfen.

CDU: 61 Prozent sind zu wenig

Nach Angaben der Zeitung waren die Löschversuche des Bundeskriminalamtes im vergangenen Jahr in sechs von zehn Fällen erfolgreich. 39 Prozent aller registrierten Kinderpornoseiten seien trotz Löschersuchens des Bundeskriminalamtes an die zuständigen Stellen nach einer Woche immer noch im Netz zu finden.

Krings sagte: "Die Ergebnisse nach einem Jahr sind eindeutig." Nach seinen Worten will die Union die in der Koalition vereinbarte einjährige Testphase nicht ausdehnen. Hingegen warnte Ahrendt die Union davor, die Frist zum 1. März aufzuheben. Dies würde "einen Alleingang bedeuten, der durch nichts zu rechtfertigen wäre". Nach Auffassung der FDP seien die Kinderporno-Seiten nur wirksam zu bekämpfen, wenn sie gelöscht werden, sagten Ahrendt. "Erfolge des internationalen Netzwerks Inhope zeigen, dass binnen weniger Stunden gelöscht werden kann", sagte er. Ahrendt sprach vielmehr von einem "Vollzugsproblem" wegen der dünnen Personaldecke beim BKA.

(Dorothee Monreal)

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