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Kinderporno-Skandal weit weniger brisant

Die Operation "Himmel" habe einen "irren Verwaltungsaufwand für fast gar nichts produziert", kritisierte ein Strafermittler aus Westfalen.

29.12.2007, 12:31 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Es klang wie ein Paukenschlag als an Heiligabend bekannt wurde, dass 12.000 deutsche Internetnutzer verdächtigt werden, auf einer Seite mit Kinderpornografie zum Teil eifrig Dateien getauscht haben sollen. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet nun, dass die Ermittlungen für viele der Internet-Nutzer keine Folgen haben wird.
Verweildauer von Sekunden
Wie mehrere Staatsanwaltschaften aus Nordrhein-Westfalen, dem Schwerpunkt der Fahndung, übereinstimmend mitteilten, habe die von der Staatsanwaltschaft Berlin angestoßene Operation "Himmel" nur wenig zutage gefördert, was strafrechtlich relevant sei. So berichtete der Kölner Oberstaatsanwalt Rainer Wolf, dass von den rund 500 Verdachtsfällen, die der Kölner Behörde aus der Hauptstadt zur Bearbeitung gemeldet wurden, "allenfalls eine Handvoll" weiterverfolgt würden. Die anderen Fälle hätten "sofort eingestellt" werden müssen.
So seien viele der gemeldeten Nutzer nach den vorliegenden Erkenntnissen "nur für Sekunden" und daher "möglicherweise aus Versehen" auf die ins Visier geratene Kinderporno-Seite im Internet geraten, erklärte die Dortmunder Oberstaatsanwältin Ina Holznagel. Es sei fraglich, ob die Zeit überhaupt ausgereicht habe, sich Dateien auf den eigenen Computer zu laden.
Die Operation "Himmel" habe einen "irren Verwaltungsaufwand für fast gar nichts produziert", kritisierte ein Strafermittler aus Westfalen.

(Hayo Lücke)

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