Handysoftware

Keine YouTube-App für Windows Phone: Microsoft beschwert sich über Google

Microsoft hat sich in einem Blog-Eintrag darüber beschwert, dass Google seit Jahren den Zugriff auf die nötige YouTube-Schnittstelle verweigere und so die Entwicklung einer App für Windows Phone unmöglich mache.

04.01.2013, 17:49 Uhr
Google© Google

Google zieht im Konkurrenzkampf mit Microsoft weiter die Daumenschrauben an. Nachdem vor zwei Wochen erst ein Synchronisationsdienst mit Microsoft Outlook eingestellt worden war und der Suchmaschinenkonzern gleichzeitig ankündigte, das Exchange ActiveSync-Protokoll nicht mehr unterstützen zu wollen, beschwert sich Microsoft-Chef-Justiziar Dave Heiner nun über eine Zugangsblockade zum Videoportal YouTube. Da Google seit Jahren den Zugriff auf die nötige Schnittstelle verweigere, könne Microsoft bisher keine vollständige YouTube-App mit Suchfunktion, Kategorien Favoriten und Bewertungen für Windows Phone entwickeln beziehungsweise anbieten, so Heiner.

Google sperrt sich gegen Windows Phone

Zwar steht im Windows Phone Store eine gleichnamige Anwendung zur Verfügung, jedoch verlinkt diese lediglich auf die mobile YouTube-Seite. Sowohl für Android-Smartphones als auch Apples iPhone sind hingegen komfortable Apps erhältlich. Beide hätten 2012 auf zu den Top-Downloads gehört, betonte Heiner. Nutzern von Windows Phone bleibe ein gleichartiger Zugang trotz der offensichtlichen Nachfrage hingegen weiterhin verwehrt.

YouTube-Mitarbeiter hätten in den letzten Jahren zwar mehrfach ihr Entgegenkommen signalisiert, seien dann aber von der Google-Zentrale instruiert worden, nicht mit Microsoft zusammenzuarbeiten. Heiner wirft Google daher vor, einseitig und bewusst gegen das Interesse der Nutzer zu handeln.

Als "verpasste Gelegenheit" bezeichnete der Microsoft-Manager in diesem Zusammenhang auch den Ausgang des Kartellverfahrens der US-Wettbewerbsbehörde FTC gegen Google. Dieses wurde am Donnerstag nach fast zwei Jahren eingestellt, nachdem der Internetkonzern einige Zugeständnisse gemacht hatte. Es sei enttäuschend, dass die FTC unter anderem auch die YouTube-Problematik außer Acht gelassen habe, unterstrich Heiner in einem zweiten Blog-Beitrag.

(Christian Wolf)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang