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Keine Einigung zwischen DFL und Telekom

Streit um Übertragung der Livespiele mittels IP-Technik geht weiter. Beide Seiten wollen nicht nachgeben und pochen auf ihre Rechte.

29.04.2006, 12:00 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Wenn Rechte zur Übertragung von Fußballspielen vergeben werden, sollte man meinen, dass die zur Unterschrift bereitliegenden Verträge von sachkundigen Anwälten geprüft wurden. Bei der Vergabe der Übertragungsrechte für die kommenden drei Spielzeiten der beiden höchsten deutschen Fußball-Spielklassen scheint genau das aber nur in unzureichendem Maße geschehen zu sein. Wir onlinekosten.de bereits berichtete, stehen die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Deutsche Telekom im Streit darüber, inwieweit die Telekom ihre gekauften Internet-Rechte tatsächlich nutzen darf. Die Telekom würde am liebsten mit dem Bezahlsender Premiere zusammenarbeiten, die DFL will diesem Vorhaben einen Riegel vorschieben, um die Exklusivität des neuen TV-Senders arena nicht zu schwächen.
Premiere stärken?
Pro Saison zahlt die Telekom an die DFL ab der kommenden Spielzeit für mindestens drei Jahre etwa 45 Millionen Euro. Während die DFL behauptet, der Bonner Telekommunikationskonzern sei nur dazu berechtigt, die Inhalte über DSL-Leitungen auszustrahlen, behauptet die Telekom das Gegenteil. Sie hat mit Premiere bereits eine Allianz geschlossen um die Kunden des Senders über einen technischen Kniff mit Fußball-Berichten zu versorgen. Nur über einen Zwischenschritt würde das TV-Signal im so genannten IP-TV-Standard gesendet werden. Für den Kunden wäre das nicht zu merken.
Telekom ist sauer
Medienberichten zufolge konnte im Laufe dieser Woche bei zwei Treffen kein Kompromiss gefunden werden. Zwar sagte ein DFL-Sprecher, dass man sich "in sehr konstruktiven und vertrauensvollen Gesprächen" befinde, allerdings hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Das deutet darauf hin, dass eine Einigung nicht in greifbarer Nähe ist. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet derweil, dass die Telekom einen Brief an die DFL geschrieben habe, in der sie der Liga eine "Pressekampagne" vorwerfe. "Wir können diese öffentliche Beschränkung der von uns erworbenen Rechte nicht hinnehmen", heißt es. Und weiter: "Wir sind über dieses Vorgehen des Ligaverbands und der DFL empört."
Erst jüngst hatte die Telekom argumentiert, sie lasse sich von der DFL "nicht am Nasenring durch den Zirkus führen". DFL-Chef Christian Seifert ereiferte sich gegenüber der "Financial Times Deutschland" mit den Worten: "Das ist Karneval". Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die beiden Seiten am Ende einigen werden. Eigentlich sollte bis Ende April eine Lösung gefunden werden. Danach sieht es aktuell aber eher weniger aus.

(Hayo Lücke)

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