Frau platzt Kragen

Kein Anschluss: Stundenlanger Sitzstreik in Telekom-Filiale

Eine mehr als unzufriedene Kundin ist in einem Telekom-Laden in den Sitzstreik getreten. Die Polizei musste anrücken, auch die Telekom hat bereits reagiert.

Marcel Petritz, 04.08.2016, 14:13 Uhr
Telekom© Telekom

Menden - Im sauerländischen Menden hat sich in dem örtlichen Telekom-Laden ein kurioser Zwischenfall ereignet, wie die WAZ berichtet. Eine Frau hatte den Mitarbeitern angekündigt, die Telekom-Filiale nicht verlassen zu wollen: Die Polizei musste anrücken.

"An Bäume gekettet"

"Früher habe ich mich an Bäume gekettet und mich von der Polizei wegtragen lassen. Heute bin ich alt und will einfach nur einen Telefonanschluss", sagt Marianne Becker. Die 57-Jährige berichtet von einem Spießrutenlauf mit ihrem Vertrag bei der Deutschen Telekom. Aufgrund eines Umzugs habe sie den Anschluss umgemeldet. Der alte Anschluss wurde ordnungsgemäß abgeschaltet, die neue Leitung bliebe aber tot.

Besonders ärgerlich in diesem Fall: "Ich habe einen Telearbeitsplatz zu Hause", erklärt Becker, deshalb sei sie auf einen funktionierenden Internet-Zugang angewiesen. Die Hotline des Unternehmens konnte laut Becker auch nach mehreren Versuchen nicht weiterhelfen. Auch die Telekom-Techniker konnten das Problem anscheinend nicht lösen. Schlussendlich erhielt die Kundin von der Hotline den Rat, sich an die Mendener Filiale zu wenden. Ein Hinweis mit Folgen.

Spontaner Sitzstreik

Als ihr dort mitgeteilt wurde, man könnte ihr wieder nicht weiterhelfen, eskalierte die Situation: Die Frau trat in den Sitzstreik und weigerte sich, den Laden zu verlassen. Drei Stunden lang. "Ich habe gesagt, dass ich erst wieder gehe, wenn das Problem geklärt ist", habe die Frau gesagt und diesen Satz ständig wiederholt. Der Polizeisprecher Dietmar Boronowski bestätigt den Vorfall: "Die Kollegen haben mit der Frau ein Gespräch geführt und ihr einen Platzverweis erteilt".

Auch die Telekom hat sich bereits geäußert. Die Kundin habe nach einer Stunde Gespräch angefangen zu schreien und sei ausfallend geworden.

Telekom erteilt Hausverbot

"Ich kann keine Verfehlung der Mitarbeiter sehen. Die haben sich absolut professionell verhalten", erklärt Telekom-Sprecher André Hofmann auf Nachfrage der WAZ. Der Grund für den toten Anschluss sei eine defekte Überlandleitung. Wann Becker wieder surfen kann, steht also noch in den Sternen.

Die Telekom hat ein Hausverbot erteilt. Bei einem erneuten Besuch droht eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Becker gibt nicht auf

Frau Becker gibt sich indes weiter kämpferisch. Sie wolle den Kampf "Kunde gegen ehemaliges Staatsunternehmen" fortführen. Um endlich Hilfe zu erhalten, würde sie im Zweifel in Polizei-Gewahrsam gehen.

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