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Kaufen nur für Mitglieder - Welche Zukunft haben Shoppingclubs?

Shoppingclubs fristen weiterhin ein Nischendasein im Online-Handel. Auch die Hersteller stehen dem Konzept teilweise kritisch gegenüber.

25.12.2014, 10:31 Uhr (Quelle: DPA)
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Sie versprechen Exklusivität und Markenwaren zu günstigen Preisen. Ihr besonderes Merkmal ist die geschlossene Community - auch in Deutschland gibt es längst ein Reihe von solchen Shoppingclubs. Die meisten entstanden nach dem Vorbild des französischen Shops Venteprivee. Zu den wohl bekanntesten zählen die Clubs großer Anbieter wie Ebay mit brands4friends, Otto mit Limango, Amazon mit buyvip oder Westwing aus dem Rocket Internet-Reich. Doch wie erfolgreich sind diese Clubs tatsächlich?

Westwing: Shoppingclub für Wohnaccessoires und Möbel

Westwing ist eine der jüngsten Clubgründungen in Deutschland. Das zu einem Drittel zum Startup-Finanzierer Rocket Internet gehörende Münchner Unternehmen verkauft edle Wohnaccessoires und Möbel in 15 Ländern, darunter Italien, Brasilien, Russland, Ungarn und Kasachstan. Westwing zählt mittlerweile 19,5 Millionen Mitglieder. Delia Fischer gründete den Onlinehändler 2011. Inzwischen steht Fischer für ein von den Medien viel gefeiertes Erfolgsmodell.

Das Konzept funktioniert wie folgt: Beim Hersteller reservieren die Westwing-Einkäufer gegen Rabatt einige Hundert Stück Ware. Danach werden diese den Kunden per Mail und Social Media als Sonderangebote angepriesen. Kunden haben nur für kurze Zeit die Möglichkeit zu bestellen. Erst dann ordert Westwing die Ware und liefert sie aus. Das Prinzip ist quasi ein sich ständig wiederholender Schlussverkauf.

Das in Berlin ansässige Unternehmen brands4friends gilt als einer der ältesten Clubs mit fünf Millionen registrierten Mitgliedern im Durchschnittsalter von 36 Jahren. Der zu Ebay gehörende Club wurde bereits 2007 gegründet und hat seitdem rund 25 Millionen Artikel verkauft. Auch die Berliner vertreiben hochwertige Produkte renommierter Mode- und Lifestyle-Marken zu stark reduzierten Preisen.

Stetiges Wachstum, Durchbruch bleibt aber aus

Buyvip von Amazon hat nach eigenen Angaben gut sieben Millionen Mitglieder und verkauft Markenartikel mit Rabatten von bis zu 70 Prozent. Limango aus München zählt derzeit rund zwei Millionen Mitglieder. Wie viele andere Clubs und Outlets auch hat Limango kein festes Sortiment. Verkauft werden ausschließlich Produkte von Markenherstellern, darunter Kinderkleidung, Spielzeug, Haushaltswaren und Babyausstattung. Die Angebote gelten immer nur so lange wie der Vorrat reicht.

Die Shoppingclubs verzeichneten in den vergangenen sieben Jahren ein stetiges Wachstum. Dennoch ist ihr Umsatzanteil am gesamten Einzelhandel immer noch eher marginal. Mit rund 268 Millionen Euro im vergangenen Jahr mache ihr Anteil am Versand- und E-Commerce-Handel gerade einmal 0,6 Prozent aus, ermittelte der Branchenverband BEVH auf der Grundlage von Verbraucherbefragungen. Das Institut für Handelsforschung IFH in Köln geht von 675 Millionen Euro aus. In diesem Jahr könnte der Umsatz 760 Millionen Euro erreichen. Die Berechnungen beruhen auf Unternehmensbefragungen.

Branchenexperte Ingmar Böckmann vom BEVH sieht die Shoppingclubs bereits im Wandel. "Es gibt mittlerweile eine viel größere Transparenz bei den Preisen. Shoppingclubs müssen heute mehr leisten als der Günstigste zu sein." Zugleich würden viele Hersteller nicht mehr so bereitwillig Restposten hergeben.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Hansjürgen Heinick vom IFH spricht von einer überschaubaren Zahl von Shoppingclubs, die marktrelevant seien. Das Erfolgsrezept sei ein Angebot von Luxus und Marke zu kleinen Preisen und das auch noch in einem limitierten Zeitraum. "Da wird eine künstliche Verknappung hergestellt." Heinick geht davon aus, dass einige Clubs sich mit ihrem Verkaufsprinzip bereits fest etabliert haben, sowohl bei den Kunden als auch bei den Anbietern.

Der Vorteil der geschlossenen Kaufplattformen sei, dass den Kunden passgenaue Angebote unterbreitet werden könnten. Andererseits könnte die ständige Kaufaufforderung auch schnell nerven, sagt Tobias Kollmann von der Universität Duisburg-Essen. Auch die Hersteller stünden den Clubs zwiespältig gegenüber. Sie seien ihnen entweder willkommener Werbekanal oder sie würden sie als reine Resterampe für Auslaufmodelle sehen, die sonst kaum noch Abnehmer finden. 

(Marcel Petritz)

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