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Kaufberatung MP3-Player - welches Gerät passt zu Ihnen?

30.07.2003, 17:50 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Was ist beim Kauf eines MP3-Players zu beachten, damit man bei den unzähligen Modellen am Ende das individuell passende Gerät in den Händen hält? Zur Beantwortung dieser Frage müssen gleich mehrere Sachen beachtet werden - zu erfahren in dieser Kaufberatung.
Klassengesellschaft bei der Ausstattung
Nicht nur im Klang unterscheiden sich viele auf dem Markt erhältliche Player voneinander, auch die Ausstattung variiert je nach Hersteller und dem Preisbereich. So sind die kleinen MP3-Stick-Player, beispielsweise der Jamba U100, recht schlicht ausgestattet, dafür jedoch relativ günstig. Allerdings bieten derartige Player in der Regel nur 128 MByte Speicherplatz und sind nicht erweiterbar, womit die Spielzeit auf etwa 3 Stunden begrenzt ist.
In der MP3-Player-Mittelklasse existieren Geräte mit einem erweiterbaren Festspeicher. Gerade Compact Flash-Karten und in zunehmendem Maße SD-Karten könnnen bei diesen Playern in einen Slot geschoben werden, um den Speicherplatz zu vergrößern. Und auch eine bessere Ausstattung, beispielsweise ein Radio, ein größeres Display oder eine Fernbedienung, sind je nach Hersteller vorhanden – allerdings erhöht dies meist das Gewicht und die Größe des Players - und natürlich auch den Preis. Und die Königsklasse stellen MP3-Festplattenplayer dar, diese sind jedoch für eine völlig andere Zielgruppe gedacht.
Sportlich-leichte Player
Jede Gewichtsklasse ist für unterschiedliche Einsatzzwecke optimal geeignet. So empfehlen sich die kleinen Stickplayer dank der geringen Ausmaße und einem Gewicht von etwa 30 Gramm in erster Linie für abendliche Ausflüge und zur sportlichen Unterhaltung.
Allerdings gibt es dabei auch so manche Probleme zu lösen, denn die Stickplayer sind meist von geringer Qualität und bieten daher eine recht schlechte Soundqualität. Der in fast allen fällen genutzte Sigmatel Major-D-Chip zur Decodierung ist dafür zwar bedingt verantwortlich, doch gerade bei den Analogbausteinen, beispielsweise dem Verstärker, sparen viele Hersteller von 80 EUR-Sticks. Daher kommt am Ende weniger Klang am Kopfhörer an, als mit dem Chip möglich wäre.
Typische Vertreter dieser Klasse: Medion-Stick (MediaMarkt), Aiptek MP3-Stick, Jamba U100, Typhoon MP3-Stick

Erweiterbare Mittelklasse

Wer neben der Abendunterhaltung auch auf längeren Touren nicht ständig die gleichen Musikstücke hören, jedoch nicht auf einen kompakten Player verzichten möchte, der sollte sich die Player-Mittelklasse mit einem Erweiterungsslot anschauen. Bei diesen Playern kann der Speicherplatz fast grenzenlos erweitert werden. Ein Ersatz von optischen/magnetischen Medien ist damit allerdings nicht möglich, denn eine MiniDisc, ein Tonband oder eine CD-R sind noch immer deutlich günstiger als ein Flash-Speicher.
Die Mittelklasse zeichnet sich jedoch nicht nur durch die Erweiterbarkeit aus, viele Geräte besitzen daneben noch zusätzliche Features. Daher ist diese Klasse nochmals in zwei Gruppen unterteilbar - schlicht ausgestattete Player mit kleinem Gehäuse und wenig Gewicht und Ausstattungsmonster, die allerdings auch einige Gramm zusätzlich wiegen.
Zwei Unterklassen

Die erweiterbaren Player ohne besondere Features, beispielsweise der Thomson Lyra 2448, besitzen neben dem Erweiterungsslot meist zumindest ein informatives Display und eine gute Klangqualität sowie eine lange Laufzeit mit nur einer Batterie. Als Stick-Alternative sind sie daher geradezu ideal und wiegen dabei kaum mehr.
Die großen Mittelklasse-Player sind hingegen mit vielen Zusatzfeatures ausgestattet. Das fängt bei einer MP3-Aufnahmefunktion an, geht über tolle Dot-Matrix-Displays mit Animationen und endet bei individuell einstellbaren Equilizern, mehreren Kartenslots, einem integrierten Radio und einer Fernbedienung. Dafür wiegen viele dieser Player meist an die 100 Gramm, brauchen größere Batterien und sind zudem etwas teurer.
Typische Vertreter dieser Klasse: Pontis SP600, NEX iA, MPIO DMB Plus, Loomax FC-100

Musikgiganten mit Festplatte

Wer hingegen keine sportlichen Ambitionen besitzt oder bereit ist, 200 Gramm am Gürtel zu tragen, für den sind die Festplattenplayer eine sehr interessante Alternative. Sie verfügen meist über eine erheblich bessere Menüführung, kommen mit Verzeichnissen ohne Probleme klar, bieten eine ausgeklügelter Klangsteuerung und nutzen in der Regel einen dynamischeren und leistungsfähigeren Verstärker.
Wer daher stets auf seine gesamte Musiksammlung zurückgreifen möchte, der ist mit einem Festplatten-MP3-Player bestens bedient. Aber Achtung, Festplatten und große Verstärker brauchen viel Strom, daher besitzen einige Vertreter dieser Gruppe ein Laufzeitproblem. Sie sollten daher unbedingt auf die Angaben des Herstellers achten - ein Player mit einer angegebenen Laufzeit von nur 5 Stunden dürfte in der Praxis kaum mehr als 3 Stunden durchhalten.
Und welcher Player darf es jetzt sein?
Diese Frage müssen Sie individuell für sich beantworten. Überlegen Sie sich, wofür Sie den Player nutzen möchten - als Musikspeicher, als Abendunterhalter oder als Sportgerät. Auch wenn die Stickplayer keine gute Klangqualität bieten, so reicht sie doch für einen Joggingausflug aus - eine Mehrinvestiton lohnt sich meist nicht.
Wenn Sie hingegen ein Gerät mit relativ kleinen Abmessungen und einer guten Klangqualität suchen, dann sollten Sie sich in der Mittelklasse umschauen. Jeder Hersteller bietet Geräte mit unterschiedlichen Features an, Sie können daher den Player auswählen, der für Sie die besten Features besitzt.

Und wenn Sie immer und überall ihre gesamte Sammlung hören möchten, so führt kein Weg an einem Festplattenplayer vorbei. In allen Fällen gilt, dass man die Geräte ausführlich testen sollte - viele Elektronikhäuser und alle Versandhändler nehmen Geräte in den ersten Tagen anstandslos zurück, wenn Sie neuwertig sind und Ihnen nicht gefallen.

(Alexander Moritz)

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