Mobile Geräte verstärkt im Visier

Kaspersky: Ransomware-Attacken auf deutsche Android-Nutzer verfünffacht

Auf vielen Rechnern kommt eine Schutzsoftware zum Einsatz, bei mobilen Geräten ist dies eher noch selten. Laut einer Studie von Kaspersky Lab greifen Cyberkriminelle verstärkt deutsche Android-Nutzer mit Ransomware-Attacken an.

Jörg Schamberg, 29.06.2016, 14:42 Uhr
Internet SicherheitBei einer Ransomware-Attacke verschlüsselt ein Schädling die Daten. Nur gegen Zahlung eines Lösegelds wird die Verschlüsselung aufgehoben.© Andrea Danti / Fotolia.com

Moskau/Ingolstadt – Zunehmend geraten Nutzer mobiler Geräte in den Fokus von Cyberkriminellen. Laut einer weltweiten Studie der Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab verfünffachten sich die Angriffe mit mobiler Ransomware auf deutsche Android-Nutzer zwischen April 2015 und März 2016. Innerhalb von zwölf Monaten sei die Zahl der von Ransomware-Attacken betroffenen Android-Nutzer von 4,5 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 22,9 Prozent gestiegen. Das sei die weltweit höchste Ransomware-Angriffsrate. Rund um den Globus sei die Zahl der Ransomware-Attacken um das Vierfache gestiegen. Im Zeitraum 2015/16 wurden 136.532 Nutzer attackiert - nach 35.413 im Jahr zuvor.

Bildschirmsperrung oder Datenverschlüsselung nach Ransomware-Angriff

Als Ransomware werden Schadprogramme bezeichnet, die den Zugang zum Gerät des Betroffenen blockieren. Dafür werde der Bildschirm mit einem speziellen Fenster überblendet. Cyberkriminelle können aber auch mit Schädlingen wichtige Daten auf einem Gerät verschlüsseln. Beide Angriffsmethoden verfolgen das gleiche Ziel: Nach der Sperrung oder Verschlüsselung verlangen die Kriminellen ein Lösegeld zur Freischaltung des gekaperten Geräts. Bei den mobilen Attacken werde vor allem auf die Blockierung des Bildschirms gesetzt, da Android-Nutzer diese Sperre nicht einfach mit externen Programmen umgehen könnten.

In 90 Prozent der mobilen Erpressungen wurden laut Kaspersky Lab die Schädlinge "Small", "Fusob", "Pletor" und "Svpeng" für die Attacken verwendet. Hierzulande sei besonders der mobile Erpressungstrojaner "Trojan-Ransom.AndroidOS-Fusob" sehr aktiv. Er werde vor allem über Pornoseiten verbreitet und findet von dort als angeblich benötigter Multimedia-Player den Weg auf das mobile Gerät. Das geforderte Lösegeld liegt in der Regel zwischen 100 und 200 US-Dollar, gezahlt werden soll mit iTunes-Gutscheincodes.

Bald auch Ransomware-Attacken auf Smart-Watches, Smart-TVs und Smart-Home-Systeme?

"Digitale Erpressung hat sich als Erfolgsmodell in der Cybercrime-Szene etabliert“, so Roman Unuchek, Mobile Security Experte bei Kaspersky Lab. Und die Einschätzung des Experten für die Zukunft zeichnet ein düsteres Bild: "Auf Ransomware für den PC folgten Erpressungsprogramme für mobile Geräte, und anschließend werden wir Ransomware-Arten sehen, die es auf mit dem Internet verbundene Geräte wie Smart-Watches, Smart-TVs, aber auch auf Smart-Home-Systeme und Unterhaltungsanlagen im Auto absehen werden."

Vorsicht bei Installation von Apps mit unklarer Herkunft

Kaspersky rät zur Befolgung einiger Sicherheitstipps. So sollte etwa die Installation von Apps eingeschränkt werden, die nicht aus den offiziellen App-Stores stammen. Wird dennoch eine solche App installiert, so sollten die von der App eingeforderten Zugriffsrechte beachtet werden. Außerdem sollte auf dem mobilen Gerät eine Sicherheitssoftware zum Einsatz kommen, die Schädlinge erkennen und vor gefährlichen Webseiten warnen könne.

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang