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Kaspersky: In zehn Jahren zerstören Viren auch Hardware

Der russische Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky warnte auf der Innovationskonferenz DLD13 in München vor den zunehmenden Bedrohungen aus dem Internet, die nicht nur Programme beschädigen, sondern auch Menschenleben in Gefahr bringen könnten.

21.01.2013, 16:12 Uhr (Quelle: DPA)
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Das Internet entwickelt sich rasend schnell. Doch genauso schnell wachsen auch die Bedrohungen aus dem Netz, warnen Virenjäger. Kriege werde auch am Rechner geführt. Die Cyber-Attacken können nicht nur Programme beschädigen, sie bringen auch Menschenleben in Gefahr.

Kriege werden künftig auch am Rechner geführt

Computer-Viren werden aus Sicht des russischen Sicherheitsexperten Eugene Kaspersky in zehn Jahren Geräte auch physisch beschädigen können. Die Internet-Technologien entwickelten sich in einem atemberaubenden Tempo. "Unglücklicherweise entwickeln sich die Cyber-Bedrohungen genauso schnell", sagte Kaspersky am Montag auf der Innovationskonferenz DLD13 in München. Und die zerstörerischen Möglichkeiten stünden allen offen: Staaten, Organisationen - und auch Kriminellen und Terroristen.

Viren-Experte Mikko Hypponen sagte, Kriege würden künftig auch am Rechner geführt werden. Das Zerstörungspotenzial von Schadprogrammen sei immens und mit traditionellen Waffen durchaus vergleichbar. "Der Cyber-Krieg richtet sich gegen die Infrastruktur". Es sei durchaus vorstellbar, das Viren Kraftwerke oder Industrieanlagen stören können - mit unabsehbaren Folgen. "Bevor Waffen abgefeuert werden, wird es Cyber-Angriffe gegen die Strom- oder Wasserversorgung geben." Der Krieg via Internet wird ein Teil der Auseinandersetzung werden. Vor einigen Jahren hatte der Wurm Stuxnet, der gezielt Industrie-Anlagen angreifen konnte, die Sicherheitsexperten aufgeschreckt. Nach ihrer Einschätzung wurde er von westlichen Geheimdiensten entwickelt, um das iranische Atomprogramm zu sabotieren.

Gefangene öffnen Gefängnistüre mit Smartphones

Daneben gebe es noch viel mehr Bedrohungen, warnte Kaspersky. So seien etwa Gefängnisse in den USA mit dem Netz verbunden. Es sei denkbar, dass Häftlinge mit Smartphones Gefängnistüren öffnen könnten. Das System sei sehr verwundbar. Die Programme würden ausgefeilter. Wenn ein Kleinkrimineller wie ein Fahrrad sei, dann seien Viren wie das jüngst entdeckte Spionageprogramm "Roter Oktober" eine Raumstation. Woher diese Viren stammten, wisse er nicht. Aber: "Auch wenn die Attacken von den Guten geführt werden, es bleiben Attacken", sagte Kaspersky.

(Jörg Schamberg)

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