Phishing bei Messenger-App

Kaspersky: 96 Prozent der Phishing-Versuche finden über WhatsApp statt

Über Messenger-Apps wie WhatsApp und Telegram versuchen Betrüger bekannterweise besonders häufig an sensible Daten zu gelangen. Eine Untersuchung von Kaspersky zeigt, dass in Deutschland 96 Prozent der Phishing-Versuche bei Messengern über WhatsApp stattfinden.

Diana Schellhas, 12.07.2021, 12:40 Uhr
SicherheitslückeNoch stärker von Phishing-Versuchen betroffen sind der Untersuchung zufolge Nutzer in Russland, Brasilien und Indien.© maxkabakov / Fotolia.com

Aufgrund ihrer Popularität sind Messenger-Apps weiterhin ein beliebtes Instrument von Phishing-Betrügern, wie eine aktuelle Analyse des Cybersecurity-Anbieters Kaspersky zeigt*. Demnach wurden zwischen Dezember 2020 und Mai 2021 weltweit 94.559 schädliche Links in Zusammenhang mit Messengern blockiert. Das entspricht mehr als 500 Vorfällen pro Tag. Davon entfielen 89,6 Prozent auf WhatsApp, 5,6 Prozent auf Telegram, 4,7 Prozent auf Viper und weniger als 0,1 Prozent auf Hangouts. In Deutschland haben laut der Untersuchung 96 Prozent der Phishing-Versuche über WhatsApp stattgefunden.

2,7 Milliarden Menschen nutzen Messenger-Apps

Messenger-Apps wie WhatsApp oder Telegramm sind beliebt und werden von vielen Anwendern genutzt. Derzeit verwenden laut Statista 2,7 Milliarden Menschen weltweit solche Messenger-Apps, bis zum Jahr 2023 werden es 3,1 Milliarden sein - fast 40 Prozent der globalen Bevölkerung.

Infolgedessen missbrauchen Cyberkriminelle diese, um über Phishing an die Daten von Anwendern zu gelangen - den traurigen Spitzenplatz nimmt dabei WhatsApp ein, erklären die Experten von Kaspersky. Die hohen prozentualen Anteile von Phishing-Links bei WhatsApp und Telegram gingen dabei auf deren globale Verbreitung zurück. Insbesondere WhatsApp erfreue sich weltweit großer Beliebtheit. Viper habe dagegen einen regionalen Schwerpunkt in Russland, Belarus und der Ukraine, während Hangouts vor allem in den USA und in Frankreich verbreitet sei.

Phishing-Angriffe über Messenger: Deutschland weltweit auf Rang 5

Die Untersuchung zeige, dass aktuell nur 3 Prozent aller entdeckten Phishing-Links auf deutsche Messenger-Nutzer entfallen. Dennoch nehme Deutschland damit bereits Platz fünf in der Rangliste aller Länder ein. Deutlich stärker betroffen seien allerdings die Nutzer in Russland (46 Prozent), Brasilien (16 Prozent) und Indien (7 Prozent).

Obwohl in Deutschland nur 4 Prozent aller aufgespürten Phishing-Links in Telegram-Mitteilungen gefunden würden und der große Rest auf WhatsApp entfiele (pro WhatsApp-Nutzer durchschnittlich 124 Phishing-Versuche), sehe sich jeder Telegram-Nutzer dennoch von immerhin 53 Phishing-Versuchen betroffen.

*Die Zahlen stammen aus den freiwillig und anonym gemeldeten Daten der Nutzer der Lösung Kaspersky Internet Security for Android zwischen Dezember 2020 und Mai 2021.

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