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Kartellamt gibt grünes Licht für Internet-Sportschau

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) darf weiterhin eine zentrale Rechtevermarktung von Spielen der Fußball Bundesliga in die Wege leiten. Damit rückt die Internet-Sportschau zumindest theoretisch deutlich näher.

20.06.2011, 16:27 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Es ist zwar noch nichts entschieden, doch die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat eine wichtige Hürde in Sachen TV-Rechte-Vermarktung genommen. Wie die DFL am Montag in Frankfurt bekannt gab, hat das Bundeskartellamt die eingereichten Verwertungskonzepte für Pay- und Free-TV-Übertragungen von der Fußball Bundesliga ab der Saison 2013/2014 genehmigt. Das hat zur Folge, dass zumindest auf dem Papier das Ende der "Sportschau" am Samstagabend in ihrer bisherigen Form im Raum steht.

Internet-Sportschau rückt in den Fokus

Nach einer eingehenden Marktbefragung und Analyse sei das Bundeskartellamt zu dem Ergebnis gekommen, dass die Praxis einer zentralen TV-Rechte-Vermarktung durch die DFL weiterhin erfolgen könne. Das wiederum bedeutet, dass bei der neuen TV-Rechte-Vergabe, die Ende des Jahres starten soll, insbesondere Internet-Anbieter eine viel wichtigere Rolle spielen könnten. Denn statt im klassischen Free-TV könnte es die Highlights der Bundesliga-Spiele vom Samstag in einer frühen Zusammenfassung im Internet und auf mobilen Endgeräten zu sehen geben.

Beschlossene Sache ist dieses Szenario gleichwohl noch lange nicht. Weiterhin ist es auch denkbar, dass die "Sportschau" in ihrer bisherigen Form erhalten bleibt. Abhängig ist das vor allem von der Frage, wie viel Geld am Rechtepoker beteiligte TV-Sender auf der einen und Internet-Anbieter auf der anderen Seite bereit sind, zu zahlen. Das Bundeskartellamt erwartet in erster Linie ein diskriminierungsfreies und transparentes Ausschreibungsverfahren.

DFL-Präsident Reinhard Rauball gab in einer ersten Stellungnahme zu verstehen, dass es keineswegs darum gehe, bestimmte Sendungen abzuschaffen. "Ziel ist es vielmehr, den verschiedenen Rechte-Nachfragern mit ihren individuellen Geschäftsmodellen und Vertriebswegen faire Chancen einzuräumen."

(Hayo Lücke)

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