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Karstadt: Kontaktlos bezahlen ab Oktober

Immer mehr Smartphones - immer mehr NFC: Das mobile Bezahlen kommt offenbar ins Rollen. Ab Herbst führt nach Edeka und Netto nun auch Karstadt die neue Bezahl-Option ein. Die Deutschen bleiben jedoch skeptisch - möglicherweise zu Recht.

04.08.2013, 08:01 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Der Smartphone-Boom beflügelt das bargeldlose Bezahlen per NFC-Technologie, bei der NFC-Chips ohne Berührung Daten mit entsprechenden Kontaktstellen austauschen können. Nach Edeka und Netto im Mai bietet nun auch die Warenhauskette Karstadt Zahlen ohne PIN und Münzensuche im Geldbeutel an.

Bequem-Zahlen gilt nur bis 25 Euro

Ab Oktober 2013 können die Kunden in den 119 Filialen kontaktlos und mobil per Visa zahlen, so das Kreditkarten-Unternehmen. 3.400 Terminals sollen bis dahin installiert sein und für den reibungslosen Ablauf des Geldtransfers per NFC-fähigem Smartphone, kontaktloser Visa-Card oder der angeblich Skimming-sicheren VPAY Card sorgen.

Das Bezahlen ohne PIN und Unterschrift ist allerdings auf einen Betrag von 25 Euro limitiert. Höhere Beträge müssen wie zuvor entsprechend bestätigt werden. In beiden Fällen hält der Anwender Smartphone oder Karte kurz an das Terminal.

In Europa kursieren nach Visa-Angaben bislang 62 Millionen kontaktlose Karten. Die Nutzer können damit an über 951.000 Terminals mittels der Visa PayWave Anwendung bezahlen, die auf der gesicherten SIM-Karte gespeichert ist. In Deutschland haben bislang sieben Banken rund 800.000 kontaktlose Visa-Karten an ihre Kunden ausgegeben, so das Unternehmen weiter. Dazu gehören BW-Bank, comdirect, DKB, Landesbank Berlin, Targobank, Volkswagen Bank und Postbank. Erklärtes Unternehmensziel: Bis Ende 2013 sollen rund zwei Millionen kontaktlose Karten im deutschen Markt unterwegs sein.

Ergänzen will Visa das Angebot durch eine "digitale Geldbörse". Dort können Verbraucher ihre Kartendaten hinterlegen und müssen dann beim Bezahlen im Internet nur Nutzernamen und Passwort eingeben. Das virtuelle Portemonnaie soll nach Unternehmensplänen 2014 an den Start gehen.

Ob sich die neue Bezahlform im traditionell bargeld-affinen Deutschland durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Bisherige Studien belegen eine Tendenz zum Misstrauen der Kunden gegenüber Zahlungen per Handy.

Zwar verweist Visa darauf, dass bisher noch keine Betrugsfälle bekannt geworden sind. Berichte wie die der Fernsehsendung "Report" aus Mainz im vergangenen Jahr bestärken jedoch die Skeptiker. In dem Beitrag gelang es einem Smartphone-Nutzer, die Daten auf der kontaktlosen Karte eines Dritten abzugreifen und hinterher zum Internet-Shopping zu verwenden.

(Dorothee Monreal)

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