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Kappung von Roaming-Gebühren scharf kritisiert

Die Unternehmen der Telekom-Branche haben den EU-Kompromiss zu Auslands-Handygesprächen scharf kritisiert. Die Kappung der so genannten Roaming-Gebühren durch die EU sei ein "ordnungspolitischer Fehlgriff".

15.05.2007, 18:41 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Die Unternehmen der Telekom-Branche haben den EU-Kompromiss zu Auslands-Handygesprächen scharf kritisiert. Die Kappung der so genannten Roaming-Gebühren durch die EU sei ein "ordnungspolitischer Fehlgriff", erklärte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Bonn.
Die Mobilfunkanbieter stünden "in einem extrem scharfen Preiswettbewerb", erklärte der Verband, der rund tausend Unternehmen vertritt. Der deutsche Markt hat laut dem Verband in diesem Jahr ein Volumen von 23,9 Milliarden Euro, ein Plus von rund einem Prozent im Vergleich zu 2006.
Der Verband appellierte an das Europäische Parlament und die zuständigen Fachminister der EU-Länder, dem Kompromisspaket nicht zuzustimmen. Nötig seien neben niedrigeren Preisobergrenzen auch längere Übergangsfristen für die Unternehmen. Nach Angaben von BITKOM sind die Auslands-Handygebühren auch ohne staatlichen Eingriff im vergangenen Jahr um 22 Prozent gefallen. Die EU führt dies dagegen auf den hohen Druck aus Brüssel zurück.
VATM begrüßt den Kompromiss
Ein ganz anderes Fazit fällt der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner sagte in einer ersten Stellungnahme: "Bislang wurden von den Verbrauchern die Preise für im Ausland geführte oder empfangene Handy-Telefonate zu Recht als zu hoch empfunden. Mit dem heute gefundenen Kompromiss werden bei vielen Tarifen diese Kosten um mehr als die Hälfte sinken – eine Entwicklung, die wir ausdrücklich begrüßen."
Kritisch sieht der Verband jedoch die zu hoch festgelegten Vorleistungspreise und die Doppelregulierung von Großhandels- und Endkundenpreisen: "Im Verhältnis zu den Endkundenpreisen liegen die Vorproduktpreise immer noch deutlich zu hoch", kritisiert der VATM-Geschäftsführer. "Dies benachteiligt insbesondere kleinere Anbieter, weil sich die großen Netzbetreiber untereinander bereits heute deutlich günstigere Einkaufskonditionen einräumen."

(Hayo Lücke)

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