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Kabelnetzbetreiber wollen nicht ruhen

Kabel BW will im kommenden Jahr rund 90 Prozent aller eigenen Kabel-Haushalte mit Multimedia-Anschlüssen ausstatten. Auch in Nordrhein-Westfalen wird das Kabelnetz weiter modernisiert. Kabel Deutschland plant, einen weiteren Kabelkanal zu digitalisieren.

07.04.2007, 13:03 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Internet über das TV-Kabel wird mehr und mehr zur DSL-Alternative. Die aktuellen Angebote können ohne weiteres mit den DSL-Tarifen mithalten: Die Preise werden attraktiver und auch der Netzausbau schreitet weiter voran. Kabel Baden-Württemberg hat erst vergangene Woche neue Tarife vorgestellt, die sich sehen lassen können. Beim Netzausbau soll sich bei allen Anbietern künftig noch einiges tun.
Triple-Play für mehr Haushalte
Mehr als 100 Millionen Euro will Kabel Baden-Württemberg in diesem und im kommenden Jahr in das eigene Kabelnetz investieren. Das Ziel ist ehrgeizig: Ende des dritten Quartals kommenden Jahres sollen rund 90 Prozent aller Kabel-Haushalte in Baden-Württemberg rückkanalfähig sein, mit Kabel-Internet versorgt werden und die neuen Clever-Kabel-Tarife bestellen können.
"Immerhin lebt jeder zweite Bürger aus Baden-Württemberg in Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern - Kunden, für die sich unsere Wettbewerber offenbar nicht interessieren", sagte Kabel BW-Geschäftsführer Klaus Thiemann. Die Deutsche Telekom biete dort lediglich 20 Prozent der Gemeinden unter 20.000 Einwohnern schnelles DSL mit sechs Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Arcor komme in diesen Gemeinden lediglich auf eine sechs Mbit/s-Abdeckung von rund zwei Prozent.
ish modernisiert Kabelnetz in NRW
Auch in Nordrhein-Westfalen wird das Kabelnetz weiter modernisiert. Ab sofort sind Kunden des Kabelnetzbetreibers ish in Siegburg, Lohmar, Hennef, Sankt Augustin und Troisdorf an das modernisierte Kabelnetz angeschlossen. Somit können weitere 90.000 Haushalte Triple-Play Angebote nutzen. Diese bieten Telefonie, Breitband-Internet und digitales Fernsehen aus einer Hand. Ab Anfang Mai sind weitere 145.000 Haushalte in Krefeld mit einem rückkanalfähigen Multimedia-Anschluss ausgestattet. Der Abschluss der Modernisierungsarbeiten ist bereits für Mitte April vorgesehen.
In den kommenden Wochen soll der Ausbau in weiteren Städten, darunter Castrop-Rauxel, Inrath, Kempen, Königshof, Meerbusch, Oppum und Tönisforst, fortgesetzt werden. Nach Angaben von Unity Media waren zum 31. Dezember vergangenen Jahres 3,7 Millionen der insgesamt 5,1 Millionen Haushalte an das modernisierte Kabelnetz angeschlossen. Diese Zahl dürfte sich zwischenzeitlich auf knapp vier Millionen erhöht haben.
Teurer Ausbau und die Folgen
Voraussichtlich ab Oktober will der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland einen weiteren Kabelkanal digitalisieren. Nach den der Redaktion vorliegenden Informationen handelt es sich um Sonderkanal 24 (S24). Ab Herbst will Kabel Deutschland den neuen Kanal für den Ausbau seines digitalen Programmangebots nutzen. Neben einer Erweiterung des Kabel Digital Free-Angebotes sollen auch neue Bezahlfernsehangebote an den Start gehen. Erst zum 31. März war Kabel Digital Home um drei Programme erweitert worden.
Auch der Netzausbau bei Kabel Deutschland schreitet weiter voran. Jedoch mit einem bitteren Beigeschmack. Die Kosten sind immens hoch und der Kabelnetzbetreiber schreibt rote Zahlen. Die Folge: Wie berichtet sollen nun 200 Arbeitsplätze abgebaut werden.

(Denise Bergfeld und Stefan Hagedorn)

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