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Kabelnetzbetreiber ernten Kritik

Pay-TV-Anbieter fordern engere Kooperation beim Marketing. Neben Pay-TV könnte auch HDTV zu einem Zugpferd für die Branche werden. Das ZDF plant erste HDTV-Probesendungen für 2009.

25.02.2007, 13:01 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Die deutschen Kabelnetzbetreiber stehen vor richtungweisenden Aufgaben. Sie müssen ihren Kunden nicht nur klar machen, was die Kabelnetze inzwischen leisten können, sondern auch das Programmangebot muss künftig attraktiver gestaltet werden. Ein Weg ist ein einfach zu durchschauendes Pay-TV-Modell. Aber auch das hochauflösende HDTV wird künftig eine entscheidende Rolle spielen.
Pay-TV-Plattformen nutzen
Für Achim Apell, Geschäftsführer vom Pay-TV-Sender Kinowelt Television, steht fest, dass Kunden mit Inhalten begeistert werden müssen. "Sonst hat das Pay-TV bald ein Problem", sagte Apell auf der Euroforum Jahrestagung "Die Zukunft der Kabel-TV-Netze" in Frankfurt am Main. Die Kunden seien von zahlreichen Werbeunterbrechungen genervt und darin liege eine große Chance für die Pay-TV-Branche.
Einen Hollywood-Film durch Werbung auf bis zu drei Stunden in die Länge zu ziehen, bezeichnete Apell als "Folter". Gleichzeitig forderte er ein besseres Zielgruppenmarketing und mehr Zusammenarbeit mit den Kabelnetzbetreibern. Das unterstrich auch Robert Niemann, Geschäftsführer des Pay-TV-Senders AXN von Sony Pictures. Er kritisierte die Kabelnetzbetreiber für die Art und Weise, wie sie ihre Triple Play-Angebote bewerben.
Keine Familie verfolge einen Spielfilm Arm in Arm auf der Couch liegend, wie in einer Werbekampagne dargestellt. Sinnvoller sei es mit aussagekräftigen Bildern von Filmen oder Schauspielern zu werben. Das sei in Absprache mit den Rechteinhabern erlaubt und für die Kunden einfacher zu verstehen. Bislang fehle es noch an einer guten, gemeinsamen Marketing-Strategie. Von großer Bedeutung wird künftig auch der hochauflösende Fernsehstandard HDTV sein. Waren Ende vergangenen Jahres von 33 Millionen deutschen TV-Haushalten erst 2,1 Millionen mit einem HD-tauglichen Fernseher ausgestattet, sollen es Ende dieses Jahres schon 3,5 Millionen sein. 2010 wird es in Deutschland nach neuen Prognosen 14 Millionen Haushalte mit HD-fähigem Endgerät geben.
Mehr Set-Top-Boxen erwünscht
Marktforscher gehen allerdings auch davon aus, dass nur etwa die Hälfte der 14 Millionen HDTV-Haushalte in drei Jahren das hochauflösende Fernseherlebnis nutzen werden. Zum Empfang reicht es nämlich nicht aus, dass der Fernseher mit dem Kabelnetz verbunden wird. Es ist zusätzlich eine HD-Box notwendig, die zwischen TV und Kabelanschluss geschaltet wird.
ZDF plant HDTV-Start im Januar 2010
Die geringe Verbreitung der HDTV-Boxen auch ausschlaggebend dafür, warum das ZDF erst in einigen Jahren mit der offiziellen HDTV-Ausstrahlung beginnen will. Nach ersten Probe-Ausstrahlungen im Jahr 2009 soll der HDTV-Startschuss beim ZDF zu den olympischen Winterspielen in Vancouver im Januar 2010 erfolgen, sagte ZDF-Produktionsdirektor Adreas Bereczky. Außerdem kündigte er an, dass das ZDF in Abstimmung mit der ARD immer mehr Programminhalte auf das Breitbildfernsehen im 16:9-Format umstellen werde. Die neue Technik ist allerdings teuer. Das ZDF plant nun, die Umstellung über höhere GEZ-Gebühren zu finanzieren.

(Hayo Lücke)

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