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Kabellose Force Feedback Gamepads im Vergleich

Viele Computerspiele machen erst mit dem passenden Gamepad so richtig Spaß. Wir haben das Cordless Rumblepad 2 von Logitech, das Independence 3in1 RF Gamepad von Speedlink beziehungsweise Microsofts Wireless Xbox 360 Controller for Windows miteinander verglichen.

16.04.2007, 18:01 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Egal ob Sportsimulation, Action- oder Abenteuerspiel: PC-Spiele machen in vielen Fällen erst so richtig Spaß, wenn sie nicht über die Tastatur, sondern über ein Gamepad gespielt werden. Besonders komfortabel sind dabei kabellose Pads, die über moderne Funktechnik mit dem PC kommunizieren. Wir haben drei so genannte Wireless-Controller der Hersteller Logitech, Microsoft und Speedlink für für das Betriebssystem Windows genauer unter die Lupe genommen und miteinander verglichen.
Spielspaß (fast) ohne Grenzen
Nach Feierabend oder am Wochenende schnell noch einmal einige Runden bei Need for Speed Carbon drehen oder den virtuellen Tennis-Gegner bei Top Spin 2 über den Court scheuchen macht mit Gamepads erst so richtig Spaß. Wenn die Controller dann auch noch kabellos sind und man sich entspannt in einen Sessel zurückfallen lassen kann, wird das zum Teil actiongeladene Spielvergnügen fast schon zur Entspannung. Sowohl das Cordless Rumblepad 2 von Logitech als auch das Independence 3in1 RF Gamepad von Speedlink beziehungsweise Microsofts Wireless Xbox 360 Controller for Windows bieten eine maximale Reichweite von neun bis zehn Metern, wie wir in unserem Praxistest feststellen konnten.
Fit machen für den Start
Um loslegen zu können, müssen die drei Controller mit dem PC verbunden werden. Neben der Installation einer Einrichtungssoftware ist auch das Verbinden eines Funkt-Empfängers mit dem USB-Anschluss am PC Voraussetzung, um den Spielspaß starten zu können. Während die Software-Einrichtung bei allen Modellen problemlos funktionierte, fällt das Speedlink-Gamepad beim Empfänger-Anschluss leider deutlich aus dem Rahmen. Dieser ist mit einem viel zu kurzen Kabel ausgestattet. Es reicht gerade einmal, um den Receiver auf dem PC-Gehäuse zu platzieren. Microsoft und Logitech gestatten dank ausreichend langer Kabel auch eine Platzierung auf dem Schreibtisch. Für ungehinderte Funkkommunikation ein echter Vorteil.
Einen weiteren Minuspunkt muss das Independence 3in1 RF Gamepad von Speedlink in Sachen Akku einstecken. Während das Cordless Rumblepad 2 von Logitech und das Wireless Xbox 360 Controller for Windows von Microsoft mit zwei austauschbaren klassischen Mignon-Batterien arbeiten, wurde in das Speedlink-Pad ein Akku integriert, der nicht ausgetauscht werden kann. Das kann schon mal sehr ärgerlich werden, denn wer unterbricht mitten im Spielfluss schon gern das aktuell laufende Abenteuer. Dafür kann das Speedlink-Produkt mit einem Multifunktionsknopf auf der Rückseite überzeugen. Hier lässt sich die Funktechnik nicht nur vorübergehend ausschalten, sondern auf vier unterschiedliche Kanäle einschalten, um mehrere baugleiche Gamepads mit dem PC verbinden zu können. Ist die Einrichtung abgeschlossen, kann es auch schon losgehen mit dem kabellosen Spielevergnügen. Alle von uns getesteten Modelle sorgen dank Force Feedback-Unterstützung für ordentliche Erschütterungen im Handgelenk. Die Gamepads vibrieren zum Beispiel in Autorennspielen bei hoher Geschwindigkeit oder Kollisionen beziehungsweise in Actionspielen bei heftigen Explosionen oder beim Abfeuern von Waffen.
Der Speedlink-Controller kann sich in Sachen Vibrationsrückmeldung klar gegenüber dem Logitech-Produkt durchsetzen. Das Independence 3in1 RF Gamepad überzeugte bei unserem Test bei den Spielen Need for Speed Carbon und Top Spin 2 durch die heftigsten Rückmeldungen. Insbesondere beim Spielen von Need for Speed Carbon fallen die fast schon sanften Ruckler des Logitech-Controllers negativ ins Gewicht. Microsofts Wireless-Controller fällt in Sachen Vibration bei Need For Speed Carbon leider durch. Mit den Originaltreibern ist bei diesem Spiel keine Force-Feedback-Unterstützung vorhanden. Bei anderen Spielen, soll das Problem nach Herstellerangaben nicht bestehen. In unserer Endabrechnung führte dieser Patzer trotzdem zu einer Abwertung.
Zu beachten ist außerdem: aktiviertes Force Feedback verringert die Betriebsstunden der Gamepads spürbar. Alle drei Testgeräte bieten aber die Möglichkeit, die Vibrationen zu deaktivieren.
Viele, viele Tasten
Bei einem Blick auf die Tasten unterscheiden sich die Controller gemessen an der Anzahl kaum voneinander. Alle drei Modelle können mit jeweils vier Tasten auf der Oberfläche für den rechten Daumen als auch mit vier Feuertasten auf der Schulter des Gamepads punkten. Beim Logitech-Pad lassen sich zwei kleine mittig angeordnete Tasten zusätzlich programmieren. Für die Richtungssteuerung stehen bei allen Modellen ein Mehrwege-Richtungsblock beziehungsweise zwei Analog-Sticks für eine 360-Grad-Kontrolle bereit.
Außergewöhnlich: Bei Microsofts Gamepad wurden die beiden Analog-Sticks nicht nebeneinander, sondern leicht versetzt angeordnet. Speedlink hat seinem Independence-Gamepad zusätzlich eine Autotaste für Dauerfeuerbetrieb spendiert. Bei Actionspielen kann das von enormem Vorteil sein.
Für ein Gamepad von besonderer Bedeutung ist auch die Handhabung. Alle drei von unserer Redaktion getesteten Modelle können durch eine ergonomische Form überzeugen. Insbesondere das Microsoft-Pad ist dabei auch für kleinere Hände sehr gut geeignet. Gemessen am Gewicht tun sich die drei Testkandidaten nicht viel. Jeweils knapp 300 Gramm bringen die Controller auf die Waage. Zwar gehören die Gamepads damit nicht gerade zu den Leichtgewichten, dafür gibt es aber eben auch Force-Feedback-Technologie für noch mehr Spielspaß.
Weiß oder schwarz?
Für das Auge bieten der Xbox Controller von Microsoft das schönste Design. Ein weißes Gehäuse wird mit grauen Analog-Sticks und ebenfalls grauem Richtungsblock beziehungsweise farbigen Daumentasten abgerundet. Das weiße Gehäuse hat allerdings den Nachteil, dass es schneller verschmutzt als die designtechnisch eher langweilig gehaltenen schwarzgrauen Pads von Logitech und Speedlink.
Für welchen kabellosen Controller man sich am Ende entscheidet, hängt wie so oft nicht nur von der Ausstattung, sondern auch vom Preis ab. Erstaunlicherweise gehört das Pad von Microsoft trotz verhältnismäßig schwacher Ausstattung zu den teureren Geräten. Rund 40 Euro werden im Fachhandel für den Wireless Xbox 360 Controller for Windows fällig. Das Speedlink-Modell ist mit 45 Euro noch etwas teurer, bietet aber auch die meisten Funktionen. Punktsieger im Preis-Leistungs-Vergleich ist mit rund 32 Euro das Cordless Rumblepad 2 - auch wenn es in Sachen Verarbeitung etwa beim schwammigen Richtungsblock nicht gerade hochwertig wirkt.
Fazit: Eine Frage der Ausstattung
Trotz des zu kurzen Adapterkabels und dem Risiko mitten im Spiel durch einen leeren Akku ausgebremst zu werden, finden Gamer im Independence 3in1 RF Gamepad den vielseitigsten Controller unseres Vergleichs. Macro-Funktion für die schnelle Programmierung einer Kombination der Feuertasten, präzise Steuerung und stimmige Force Feedback-Unterstützung sorgen für reichlich Spielspaß. Logitech kann sich nicht zuletzt dank insgesamt zehn programmierbaren Tasten den zweiten Platz vor dem Controller von Microsoft sichern, der zwar optisch am schönsten ist, aber die geringste Ausstattung liefert. Auch die fehlerhafte Force-Feedback-Unterstützung bei Need for Speed sorgt dafür, dass Microsoft in diesem Test nicht überzeugen konnte.

(Hayo Lücke)

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