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Kabelbrand setzt Vodafone-Netz in Berlin matt

Im Großraum Berlin ist das ISDN- und DSL-Netz von Vodafone durch einen Kabelbrand erheblich gestört. Auch Mobilfunk-Verbindungen am Berliner Ostkreuz sind gestört. Auch 1&1, Alice und Versatel melden Probleme.

23.05.2011, 10:58 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Der Telekommunikationskonzern Vodafone kämpft in Berlin mit den Folgen eines Kabelbrands am Bahnhof Ostkreuz. Wie der Netzbetreiber gegenüber onlinekosten.de bestätigte, kommt es seit den frühen Montagmorgen zu weitreichenden Problemen im Umfeld des Verkehrsknotenpunktes der Hauptstadt. Betroffen sind sowohl Mobilfunk- als auch Festnetzverbindungen mehrerer Tausend Vodafone-Kunden.

Schaden für Festnetzkunden erheblicher

Während Mobilfunknutzer nur örtlich an einer bestimmten Basisstation von Störungen betroffen seien und es auch nur zu Ausfällen bei Sprachverbindungen nicht aber bei Datenverbindungen über GPRS und UMTS komme, erweise sich der Schaden im Festnetzbereich deutlich erheblicher, erklärte ein Konzernsprecher auf Anfrage. Hier seien im Großraum Berlin sowohl ISDN- als auch DSL-Anschlüsse gestört. "Weil eine erhebliche Anzahl an Glasfaserleitungen in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist eine Behebung der Störung leider nicht auf Knopfdruck machbar."

Problematisch sei auch, dass die Sicherungsmaßnahmen von Polizei und Feuerwehr derzeit noch liefen und man aus diesem Grund nicht bis zur Brandquelle vorstoßen könne. Deshalb wollte der Vodafone-Sprecher auch keinen Zeitpunkt nennen, an dem die Störung voraussichtlich beseitigt sein wird. Derzeit werde fieberhaft daran gearbeitet, Umleitungen einzurichten und das Routing zu ändern. Da das Spleißen von Glasfaserleitungen mitunter mehrere Stunden dauern kann, ist kurzfristig nicht mit einem störungsfreien Sprach- und Datenverkehr in Berlin zu rechnen.[Update] In der Nacht zu Dienstag konnte der Schaden beseitigt werden. Vodafone teilte über Twitter mit, das Netz sei in Berlin wieder voll funktionstüchtig.[/Update]

Probleme auch bei anderen Providern

Auch 1&1 gab zwischenzeitlich über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt, dass Berliner DSL-Kunden des Unternehmens von dem Kabelbrand betroffen sein können. An einer Lösung werde bereits gearbeitet.[Update]1&1 hat am Dienstagvormittag Entwarnung gegeben, die durch den Brand entstandenen Leitungsschäden sind behoben.[/Update] Ähnlich äußerte sich auch eine Versatel-Sprecherin, die auf Störungen im Sprach- und Datenverkehr verwies, aber keine Angaben zur betroffenen Kundenzahl machen konnte. [Update]Seit den frühen Morgenstunden am Dienstag läuft bei Versatel wieder alles rund.[/Update] Probleme meldet auch der Anbieter QSC.

Bei Telefónica Deutschland sind derzeit einige DSL-Kunden von Alice offline. Die reine Sprachtelefonie sei bereits wieder möglich, für Internetleitung werde an einem Ersatzrouting gearbeitet, erklärte ein Unternehmenssprecher. Kabel Deutschland meldet keine unmittelbaren Probleme in Berlin selbst, dafür aber in Nauen, Dallgow, Falkensee und Wustermark. Davon seien rund 1.500 Internet- und Telefonkunden betroffen, sagte eine Unternehmenssprecherin gegenüber unserer Redaktion. Beim Brand am Bahnhof Ostkreuz wurde eine angemietete Glasfaser beschädigt, die die Multimediadienste zur Verteilstelle in Nauen transportiert. Beim Fernsehempfang komme es zu keinen Beeinträchtigungen.

Aufatmen können nach ersten Erkenntnissen Kunden der Deutschen Telekom. Sie sind von dem Kabelbrand nach Aussagen eines regionalen Unternehmenssprechers nicht betroffen.

Bahnchaos in Berlin

In Folge des Kabelbrands kam es in Berlin auch zu weitreichenden Einschnitten im Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn. Auch U-Bahnen der örtlichen Verkehrsbetriebe konnten ihren planmäßigen Takt nicht mehr halten. Berliner Medien berichten, dass es sich möglicherweise um einen Brandanschlag handele.

(Hayo Lücke)

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