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Kabel Deutschland verdoppelt Gewinn: Rekordzuwachs bei schnellem Internet

Kabel Deutschland konnte die Gesamtzahl der Abonnements 2012 um 840.000 auf 14,1 Millionen steigern. Besonders nachgefragt wurden die neuen Dienste Internet, Telefonie und Premium TV. Der Gewinn kletterte trotz gesunkener Gesamtkundenzahl auf 200 Millionen Euro.

20.02.2013, 13:05 Uhr
Kabel Deutschland© Kabel Deutschland

Die Übernahme von Tele Columbus durch Kabel Deutschland ist gescheitert. Dennoch hat der größte deutsche Kabelnetzbetreiber Grund zur Freude. Auch alleine wirtschaftete das Münchener Unternehmen im vergangenen Jahr sehr erfolgreich. Kabel Deutschland (KDG) legte am Mittwoch die Zahlen für das dritte Quartal (Oktober bis Dezember) des bis zum 31. März 2013 reichenden Geschäftsjahres vor. "Wir sind auf unserem Wachstumskurs weiter gut vorangekommen", zeigte sich Kabel Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein mit den Geschäftszahlen sehr zufrieden.

3,5 Millionen Internet- und Telefonabonnements

Im Gegensatz zu vielen DSL-Providern verzeichnete Kabel Deutschland im vergangenen Jahr dank schnellem Breitband-Internet per Kabel sowie Premium TV-Diensten ein kräftiges Wachstum bei abonnierten Diensten. Die Gesamtzahl der Abonnements kletterte bis Ende Dezember 2012 gegenüber dem Vorjahr um 840.000 auf 14,1 Millionen. Alleine im Weihnachtsquartal von Anfang Oktober bis Ende Dezember des vergangenen Jahres verzeichnete der Kabelnetzbetreiber rund 263.000 neue Abonnements. Die neuen Dienste Breitband und Premium TV machen inzwischen fast 40 Prozent aller Abonnements aus.

Die Zahl der abonnierten Internetpakete legte im dritten Quartal um 84.000 auf 1,74 Millionen zu. Das ist nach Unternehmensangaben der größte Quartalszuwachs, den KDG jemals verzeichnet hat. Bei den Telefondiensten erhöhte sich die Zahl der Abonnements im gleichen Zeitraum um rund 72.000 auf 1,75 Millionen. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 295.000 Internet-Abonnements sowie 274.000 Telefonie-Abonnements hinzu. Die Gesamtzahl der genutzten Internet- und Telefonie-Dienste, die von rund 1,86 Millionen Kunden gebucht wurden, nahm damit um 569.000 auf rund 3,5 Millionen zu.

Wachstum auch mit Premium TV - Gewinn auf 200 Millionen Euro verdoppelt

Aber auch mit seinem Premium TV-Angebot wie Pay TV und dem digitalen Videorekorder konnte KDG bei den Kunden punkten. Ende Dezember zählte Kabel Deutschland rund 2,0 Millionen Premium TV-Abonnements, ein Plus von 422.000 innerhalb von zwölf Monaten. Im Weihnachtsquartal schlossen Kunden in diesem Bereich 107.000 neue Abonnements ab. Die Zahl der abonnierten Basic-Kabelanschlüsse sank dagegen innerhalb eines Jahres weiter um 151.000 auf 8,66 Millionen ab. Die KDG-Gesamtkundenzahl ging innerhalb von zwölf Monaten wegen der gesunkenen Zahl indirekter Kabelanschlusskunden um rund 150.000 auf 8,5 Millionen zurück. Da KDG mit diesen Kunden aber nach eigenen Angaben nur einen niedrigen monatlichen Umsatz pro Kunde erzielt, wirke sich der Abwärtstrend nur geringfügig auf den Umsatz und das Ergebnis aus.

Dank der guten Geschäftsentwicklung konnte Kabel Deutschland auch beim Umsatz zulegen. Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde (ARPU) stieg bis Ende Dezember innerhalb von zwölf Monaten um 10,08 Prozent auf 16,05 Euro. Der Umsatz kletterte bis zum Jahresende um 8,3 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro. Einen Teil der durch die geplatzte Übernahme von Tele Columbus freigewordenen Mittel steckt KDG in ein Investitionsprogramm, durch das für einen späteren Zeitpunkt vorgesehene Ausbaumaßnahmen vorgezogen werden sollen. In den nächsten zwei Geschäftsjahren sollen zusätzlich zu den ohnehin geplanten Investitionen insgesamt weitere 300 Millionen Euro in die Netzaufrüstung fließen.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), erreichte Ende Dezember 643 Millionen Euro, ein Plus von 9 Prozent. Unterm Strich konnte Kabel Deutschland seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr auf 200 Millionen Euro verdoppeln. Trotz der guten Zahlen muss Kabel Deutschland aber noch einen gewaltigen Schuldenberg abtragen: Die Netto-Finanzverbindlichkeiten des Unternehmens lagen Ende Dezember 2012 noch bei 2,88 Milliarden Euro. Der KDG-Vorstand schlägt aufgrund der insgesamt guten Bilanz eine Erhöhung der Dividende für das aktuelle Geschäftsjahr um einen Euro auf 2,50 Euro vor, die nach der Hauptversammlung im Oktober dieses Jahres ausgezahlt werden soll.

(Jörg Schamberg)

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