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Kabel Deutschland startet Feldversuch zu DVB-C2: Mehr TV-Kanäle im Kabelnetz

Kabel Deutschland verbreitet im Rahmen eines Feldtests TV-Programme in Berlin, Hamburg und München im DVB-C2-Standard. Die Downstream-Datenkapazität im Kabelnetz erhöht sich von 5 auf bis zu 8 Gbit/s.

10.06.2013, 12:06 Uhr
Kabel Deutschland© Kabel Deutschland

Kabel Deutschland macht seine Kabelnetze fit für noch höhere Kapazitäten: In der vergangenen Woche gab der Kabelnetzbetreiber den Startschuss für einen großangelegten DVB-C2-Feldversuch. Damit werden seit dem 5. Juni in den drei Großstädten Berlin, Hamburg und München auf Kanal D 794 TV-Programme testweise in dem neuen Standard verbreitet. Bereits 2010 hatte Kabel Deutschland DVB-C2 erstmals getestet, damals war das Münchener Unternehmen weltweit der erste Anbieter, der einen entsprechenden Feldversuch unternommen hatte. Während vor rund drei Jahren, kurz nach der Verabschiedung des DVB-C2-Standards, generelle Übertragungstests durchgeführt wurden, geht es nun um die Vorbereitung des Regelbetriebs.

Datenkapazität erhöht sich auf bis zu 8 Gbit/s

"Die wesentlichen Vorteile von DVB-C2 sind die höhere Übertragungseffizienz und die optimalen Anpassungsmöglichkeiten an die Charakteristiken unterschiedlicher Kabelnetze", erläutert Lorenz Glatz, Technischer Leiter bei Kabel Deutschland. Aktuell verfügen Kabelnetze im DVB-C-Standard über eine maximale Downstream-Datenkapazität von rund 5 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s), durch den Einsatz von DVB-C2 lässt sich die Kapazität in einem 862 MHz-Kabelnetz auf bis zu 8 Gbit/s erhöhen. "Die Einführung des neuen Standards wird die ohnehin schon sehr leistungsfähige Infrastruktur Breitbandkabel weiter aufwerten und noch umfangreichere Angebote ermöglichen. Kabelkunden dürfen also gespannt sein", betont Glatz. Damit könnte Kabel Deutschland auch schnellere Internetzugänge über sein Netz anbieten.

Technisch lasse sich die höheren Kapazitäten unter anderem durch das neue OFDM-Modulationsverfahren (Orthogonales Frequenzmultiplexverfahren) sowie den LDPC-Fehlerschutz (Low-Density-Parity-Check-Codes) erreichen. Beide Elemente sind auch Bestandteil des zukünftigen DOCSIS 3.1-Breitbandübertragungsstandards. Gegenüber DVB-C ergebe sich durch die erstmals in Kabelnetzen eingesetzte DVB-C2 1024-QAM Modulation mit 3/4 FEC-Rate (Vorwärtsfehlerkorrektur) eine um 46 Prozent höhere Spektrumseffizienz. Im Feldtest setzte Kabel Deutschland auf DVB-C2-Empfangsteile der Partner Sony, Arris und Astro Strobel Kommunikationssysteme.

Schrittweiser Übergang zum DVB-C2-Regelbetrieb

"Wir hoffen, dass die Geräteindustrie demnächst ihre Endgeräte mit kombinierten DVB-C2/DVB-C- Empfangsteilen in den Markt bringen wird, damit wir dann unser DVB-C2-Angebot erweitern können und so Schritt für Schritt die Migration zu DVB-C2 ermöglicht wird", ergänzte Frank Hellemink, Vice President Network Engineering bei Kabel Deutschland. Auch wenn die Umsetzung in den Regelbetrieb wohl noch einige Zeit dauern wird: Kunden, die sich demnächst neue Empfangsgeräte zulegen möchten, sollten darauf achten, ob diese bereits DVB-C2 kompatibel sind.

(Jörg Schamberg)

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