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Kabel Deutschland: Mobile Datennutzung wird nächster großer Wachstumstreiber

Kabel Deutschland freut sich über wachsenden Umsatz, Gewinn und steigende Kundenzahlen, ein "Megatrend" sei weiterhin hochauflösendes interaktives TV. Künftig will der Kabelnetzbetreiber verstärkt mit mobiler Datennutzung punkten, der Partner für die Abdeckung via Mobilfunk will nun Vodafone werden.

24.06.2013, 13:16 Uhr
Kabel Deutschland© Kabel Deutschland

Anlässlich des Übernahmeangebots von Vodafone und der vorgezogenen Veröffentlichung der Geschäftszahlen gab Kabel Deutschland am Montag eine Telefonkonferenz, in der der Vorstandsvorsitzende Adrian von Hammerstein und der Finanzvorstand Andreas Siemen weitere Details bekanntgaben. Der größte deutsche Kabelnetzbetreiber konnte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2012/2013 um 7,7 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro steigern und rund 247 Millionen Euro Gewinn erwirtschaften. Damit seien die Prognosen erfüllt und alle Finanzziele erreicht worden.

40 Prozent der Neukunden wählten 100-Mbit/s-Tarif

Die Internet- und Telefonsparte des Kabelkonzerns verzeichnete laut Kabel Deutschland den höchsten Zuwachs in einem Geschäftsjahr: 308.000 Nettozugänge konnten verzeichnet werden. Alleine für das vierte Quartal vermeldete KDG einen Rekordzuwachs von 88.000 Internet-Abonnements. Gleichzeitig entschieden sich die neuen Kunden auch verstärkt für teurere Abos mit höherer Download-Rate von 100 Megabit pro Sekunde. 40 Prozent wählten einen solchen Tarif, der derzeit in 83 Prozent der aufgerüsteten Gebiete verfügbar sei. Insgesamt blickt das Unternehmen auf 7,6 Millionen direkte Kunden - ein positiver Trend über die letzten drei Jahre, in denen 83.000 Kunden hinzugewonnen wurden. Weiterhin ein "Megatrend" ist laut Adrian von Hammerstein das hochauflösende interaktive TV. Am 31. März dieses Jahres lag die Zahl der privaten HD-Kunden bei 1,3 Millionen. Auf dem steigenden Ast ist zudem der Bereich des Premium-Fernsehens, der gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 390.000 Abonnements erreichte. Besonders stark fielen die Zuwächse im vierten Quartal aus. Die Umsätze mit TV-Produkten stiegen um 2,9 Prozent auf 1,192 Milliarden Euro, während mit Internet- und Telefontarifen 638 Millionen Euro erwirtschaftet wurden.

Bezüglich der Marktanteile ist Kabel Deutschland auf dem Wachstumskurs. Man befinde sich weiterhin auf einer Aufholjagd, kommentierte das Unternehmen in der Telefonkonferenz. Grund für diesen Erfolg sei das "überlegene Preis-/Leistungsverhältnis". Für das kommende Geschäftsjahr 2013/2014 plant Kabel Deutschland unter anderem eine Ausweitung der Video-on-Demand-Verfügbarkeit und neue DVR-Dienste zum Aufzeichnen von Inhalten.

Start des WLAN-Angebots in weiteren Städten geplant

Außerdem soll das WLAN-Angebot in weiteren Städten eingeführt werden: Im vergangenen Herbst startete Kabel Deutschland in Berlin ein offenes WLAN-Netz und zog ein halbes Jahr später eine positive Zwischenbilanz. Auch in Potsdam ist Gratis-WLAN über Kabel Deutschland verfügbar. Die Public-Wifi-Projekte seien hervorragend angenommen werden und haben die technische Machbarkeit bestätigt, führte der Kabelanbieter am Montag aus. Das Kabelnetz soll aber nicht nur über WLAN Indoor- und Outdoor-Hotspotzs an stark frequentierten Orten mobil erweitert werden, auch private WLAN-Modems der Kunden sollen bei der Verbreitung helfen. Ein Anteil von 20 bis 30 Prozent an der mobilen Datennutzung soll ferner durch einen 3G-/4G-Mobilfunk-Partner abgewickelt werden. Dieser möchte nun Vodafone werden.

Gehört Kabel Deutschland bald zu Vodafone?

Vodafone hat 10,7 Milliarden Euro für Kabel Deutschland geboten. Auch der US-Kabelnetzbetreiber Liberty Global hatte Interesse bekundet. Wie von Hammerstein am Montag nach der Bekanntgabe mitteilte, habe man aber derzeit "nur ein umsetzbares Angebot auf dem Tisch". Zusammen wollen die Anbieter zum "neuen Schwergewicht" im Wettbewerb mit der Deutschen Telekom aufsteigen. Das endgültige Angebot stehe noch aus, der Vorstand von Kabel Deutschland erachte den Preis aber als attraktiv und empfiehlt die Annahme des Angebots. Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 75 Prozent, außerdem müssten noch die Kartellbehörden zustimmen.

Um das Wachstum von Kabel Deutschland weiter zu beschleunigten, legte der Kabelnetzbetreiber ein Sonder-Investitionsprogramm namens "Alpha" auf. In den kommenden zwei Jahren sollen 300 Millionen Euro in die Netzwerke investiert werden. Ziel ist es, 95 Prozent des Netzes für Internet und Telefon auszubauen und auch die Docsis-3.0-Verbreitung zu steigern. Darüber hinaus erweitert Kabel Deutschland das Frequenzspektrum auf 862 Megahertz. Durch die eigene Glasfaserinfrastruktur und weniger Mietleitungen will das Unternehmen höhere Margen erzielen.

(Saskia Brintrup)

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