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Kabel Deutschland: Mehr als zwei Millionen Internet- und Telefonkunden

Kabel Deutschland ist weiter auf Wachstumskurs und vermarktet seine Internet- und Telefonprodukte nun an mehr als zwei Millionen Kunden. Im ersten Quartal legte der Umsatz weiter zu, der Konzerngewinn ging gegenüber dem Vorjahr allerdings zurück.

14.08.2013, 12:14 Uhr
Kabel Deutschland© Kabel Deutschland

Internet und Telefonie per Kabel erfreuen sich weiter großer Beliebtheit in Deutschland. Der größte deutsche Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) erreichte laut den am Mittwoch für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2013/14 vorgelegten Zahlen einen neuen Meilenstein und meldete mehr als zwei Millionen Kunden, die Internet- und Telefonieprodukte bei dem Münchener Unternehmen abonniert hatten. Die Gesamtzahl aller Abonnements stieg im Zeitraum von Anfang April bis Ende Juni um rund 45.000 auf rund 14,4 Millionen an, ein Plus von rund 715.000 Abonnements bzw. 5,2 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres. Die Gesamtzahl der Kunden von Kabel Deutschland sank innerhalb eines Jahres bis Ende Juni jedoch leicht von 8,5 auf 8,4 Millionen, bedingt vor allem durch den Wegfall von indirekten Kunden (Tele Columbus).

3,8 Millionen Internet- und Telefonie-Abos

Die Zahl der Internet- und Telefonie-Abonnements konnte Kabel Deutschland bis Ende Juni dieses Jahres innerhalb von zwölf Monaten um 606.000 auf 3,8 Millionen steigern. Diese verteilten sich auf über 1,9 Millionen Internet-Abonnements (+77.000 im ersten Quartal) sowie knapp 1,9 Millionen Telefonie-Abonnements (+64.000). Im gleichen Zeitraum legte die Zahl der Internet- und Telefonkunden um rund 314.000 auf über 2 Millionen Kunden zu, die Netto-Neukundenzahl für diese Dienste lag im ersten Quartal bei 71.000.

Besonders gefragt waren Bundle-Produkte aus Internetzugang und Telefonanschluss. Insbesondere die im ersten Jahr ab 19,90 Euro erhältliche Doppel-Flat Internet & Telefon 100 ist ein Verkaufsschlager: Bei Verfügbarkeit wurde das Paket bereits von mehr als 40 Prozent der Neukunden gebucht. 13,5 Millionen (88 Prozent) der rund 15,3 Millionen anschließbaren Kabel-Haushalte im KDG-Netz sind technisch bereits für die Nutzung von Internet und Telefon aufgerüstet. Rund 11,5 Millionen (85 Prozent) können bei Bedarf auf Download-Bandbreiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zugreifen.

Schwächere Nachfrage nach Premium TV-Produkten

Innerhalb von zwölf Monaten steigerte der Kabelnetzbetreiber die Zahl der Abonnements im Premium TV-Geschäft mit Pay TV und digitalen Videorekordern bis Ende Juni dieses Jahres um 312.000 auf rund 2,1 Millionen. Im ersten Quartal kamen allerdings lediglich 24.000 neue Abonnements hinzu. Kabel Deutschland begründet dies unter anderem mit einem Wegfall von 32.000 Kabel BW-Kunden, die von KDG bislang mit einem Pay-TV-Produkt versorgt worden waren. Aber auch der Umstieg auf eine unverschlüsselte SD-Übertragung sowie fehlende besondere TV-Ereignisse führten im Zeitraum von April bis Juni zu einer schwächeren Nachfrage nach HD und den Premium TV-Produkten der Münchener.

Die Abonnements der sogenannten Neuen Dienste, zu denen Internet, Telefon als auch Premium TV zählen, erhöhten sich innerhalb von zwölf Monaten bis zum Stichtag am 30. Juni dieses Jahres um 918.000 auf 5,9 Millionen Abonnements. Im ersten Quartal verzeichnete KDG in diesem Bereich 164.000 neu abgeschlossene Verträge. Insgesamt nehmen die Neuen Dienste bereits einen Anteil von 41 Prozent an allen KDG-Abonnements ein.

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Verstärken will der Kabelnetzbetreiber sein Engagement im mobilen Internet. Erfolgreich betreibt Kabel Deutschland in Berlin und Potsdam bereits über 100 WLAN-Hotspots, die täglich 30 Minuten lang kostenlos genutzt werden können. Kabel Deutschland-Kunden haben nach Registrierung sogar unbegrenzten Zugriff auf die Hotspots. "Jetzt öffnen wir unsere Infrastruktur auch für die mobile Datennutzung. Bis Oktober werden wir in über 50 Städten und Gemeinden in Bayern öffentliche WLAN-Hotspots zur Verfügung stellen", erläutert Kabel Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein. Später soll auch in weiteren deutschen Städten in anderen Bundesländern ein öffentliches WLAN-Netzwerk aufgebaut werden.

Umsatz und EBITDA steigen, weniger Gewinn

Im ersten Quartal erwirtschaftete Kabel Deutschland einen Umsatz von 464 Millionen Euro, ein Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im gleichen Zeitraum investierte der Kabelnetzbetreiber 108 Millionen Euro bzw. 23,3 Prozent seines Quartalsumsatzes, die Mittel flossen vor allem in den Ausbau der Netzinfrastruktur sowie in die Kundengewinnung. Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Kunde (ARPU) konnte um 8,6 Prozent auf 16,71 Euro gesteigert werden. Neben dem reinen Kabelanschluss werden immer häufiger weitere Produkte hinzugebucht: Ende Juni 2013 buchte ein KDG-Kunde im Schnitt 1,71 Produkte des Unternehmens.

Das bereinigte EBITDA, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, legte um 3,8 Prozent auf 217 Millionen Euro zu. Unterm Strich stand im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres ein Netto-Gewinn in Höhe von 29 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Konzerngewinn allerdings noch bei knapp 66 Millionen Euro gelegen. Nach Angaben des Unternehmens ist der Rückgang unter anderem auf höhere Abschreibungen und einen höheren diesjährigen Steueraufwand zurückzuführen. Kabel Deutschland sitzt nach wie vor auf einem riesigen Schuldenberg, die Netto-Finanzverbindlichkeiten lagen Ende Juni bei knapp 2,8 Milliarden Euro. Der Verschuldungsgrad lässt allerdings nach.

Vodafone vor Übernahme von Kabel Deutschland

Die weitere Entwicklung des Kabelnetzbetreibers wird spannend: Vodafone will Kabel Deutschland übernehmen und hatte Ende Juli ein öffentliches Übernahmeangebot vorgelegt. Der Düsseldorfer Mobilfunknetzbetreiber will den KDG-Aktionären 87 Euro je Aktie zahlen. Der Vorstand und Aufsichtsrat hatte Anfang August eine Annahme des Angebotes empfohlen. "Kabel Deutschland und Vodafone ergänzen sich ideal", so von Hammerstein. Noch steht allerdings die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden aus. Die Briten werden den geplanten Kauf von Kabel Deutschland wohl noch im August bei den EU-Wettbewerbsbehörden anmelden, hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa. Noch ist unklar, ob danach die Entscheidung wieder an das deutsche Kartellamt zurücküberwiesen wird. Der deutsche Kabelmarkt steht unter strenger Beobachtung der Kartellbehörden. Die nächste Hauptversammlung von Kabel Deutschland findet am 10. Oktober statt, dort wird die geplante Übernahme sicherlich im Fokus stehen.

(Jörg Schamberg)

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