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Kabel BW will schärfster Telekom-Konkurrent sein

In den kommenden drei Jahren will Kabel BW der Deutschen Telekom verstärkt Kunden abjagen und seinen Umsatz nahezu verdoppeln. Ein möglicher Einstieg ins Mobilfunkgeschäft stehe jedoch nicht auf der Tagesordnung.

18.06.2007, 12:31 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der Kabelnetzbetreiber Kabel BW will der Deutschen Telekom weiter die Stirn bieten. Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" will das Unternehmen seinen Umsatz in den kommenden drei Jahren nahezu verdoppeln. Dabei setzt Kabel BW in erster Linie auf den Verkauf von Komplettpaketen.
Neukundengeschäft legt zu
Allein im ersten Quartal stieg der Marktanteil bei Neukunden auf 20 Prozent. Bis 2010 will Kabel BW mehr als 300 Millionen Euro in die Modernisierung des Kabelnetzes stecken. Pro Jahr will Kabel BW rund 100.000 Komplettpakete verkaufen, die digitales Fernsehen, Breitband-Internet und Telefonie vereinen. Der derzeitige Umsatz von 290 Millionen Euro pro Jahr soll dadurch bis 2010 nahezu verdoppelt werden.
Kabel BW strebt einen Jahresumsatz von 550 Millionen Euro an. "Wir starten eine Aufholjagd und wollen der am schnellsten wachsende Telekom-Konkurrent in Baden-Württemberg werden", sagte Unternehmenschef Klaus Thiemann. Die Durchschnittseinnahmen pro Kunde sollen in den kommenden drei Jahren von derzeit 9,75 Euro auf 17,26 Euro steigen. Nach Angaben von Thiemann entscheiden sich bereits zwei Drittel aller Kunden für eine Breitband-Anbindung mit einer Geschwindigkeit von zehn Megabit pro Sekunde (Mbit/s), ein Viertel bestellt sogar einen 25 Mbit/s-Anschluss.
In den kommenden Jahren rechnet er mit einem deutlichen Trend zu höheren Bandbreiten. Erst am vergangenen Montag, 11. Juni hatten wir über den Einstieg des Ex-Telekom-Chefs Kai-Uwe Ricke als Aufsichtsrat bei Kabel BW berichtet. Ricke dürfte auch Konzepte im Gepäck haben, wie der ehemalige Monopolist angegriffen werden kann. Ob Kabel BW künftig auch im Mobilfunkgeschäft mitmischen wird, wollte Thiemann zumindest nicht ausschließen. "Es gibt Gedankenspiele. Aber im Augenblick steht das nicht auf der Tagesordnung."

(Stefan Hagedorn)

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