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Kabel BW: "Video on Demand" wird ausgebaut

Das Ende 2010 gestartete Video on Demand-Angebot von Kabel BW kommt laut dem zuständigen Produktmanager Marco Hellberg gut an. Bei der Euroforum-Jahrestagung in Köln gab Hellberg zudem einen Ausblick auf kommende Features.

26.01.2012, 10:16 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Lineares Fernsehen, ein TV-Programm mit fest vorgegebenen Sendezeiten, dominiert noch weitgehend den Konsum der Zuschauer. Doch die Nutzung von zeitversetztem Fernsehen sowie Video on Demand, dem flexiblen Abruf von Inhalten, nimmt zu. Entsprechende Angebote bieten zum Beispiel die Kabelnetzbetreiber an. Bereits im Dezember 2010 hatte Kabel BW ein Video on Demand (VoD) Portal gestartet. Inzwischen kommen "deutlich mehr als 20.000 Kunden" auf die Plattform, sagte Marco Hellberg, zuständiger Produktmanager bei Kabel BW, auf der Euroforum Jahrestagung "Die Zukunft der Kabelnetze" in Köln. Das Angebot soll weiter ausgebaut werden.

Mehr HD und interaktive Anwendungen

Der Start erfolgte mit rund 300.000 Set-Top-Boxen. Zu Beginn wartete der Kabelnetzbetreiber mit rund 1.000 Filmen auf, der größte Teil davon in SD-Qualität. Inzwischen ist das Portfolio auf rund 2.000 Inhalte angewachsen, ein größerer Teil steht zudem in HD-Qualität zum Abruf bereit. Künftig werden interaktive Anwendungen beispielsweise für Facebook, Twitter und YouTube das Angebot ergänzen.

Kabel BW kann laut Hellberg alle Top-Filme der großen Studios zeigen, für den Abruf von Filmen berechnet der Provider Preise zwischen 1,99 und 5,99 Euro. Neben einem Kabel BW Kabelanschluss und einem VoD-fähigen Receiver ist zur Nutzung des Angebots eine Smartcard sowie eine Internetverbindung erforderlich. Da es sich um echtes VoD mit reservierter Bandbreite unabhängig von der gewählten Geschwindigkeit des Internetanschlusses handelt, können auch HD-Inhalte mit 10 Megabit pro Sekunde ruckel- und verzögerungsfrei gezeigt werden, sagte der Manager. Der Videostream wird per DVB-C übertragen, nur die Steuerung erfolgt per Internet.

Inhalte stehen im Vordergrund - einheitliche Bedienoberfläche

Über einen roten Knopf auf der Fernbedienung gelangen Kunden direkt auf das VoD-Portal. Wurden zunächst Pakete beworben, hat der Kabelnetzbetreiber die Vermarktung inzwischen geändert. Im Fokus stehen nun die Inhalte, Filme lassen sich unter dem Motto "Das, was ich will" direkt abrufen. Der baden-württembergische Kabelnetzbetreiber hat das Portal in allen Bereichen gleich gestaltet: links finden Kunden die Navigation, unten auswählbare Inhalte, oben wird das gerade laufende Programm angezeigt. Auf Knopfdruck lässt sich zwischen linearem, klassischen TV und dem VoD-Portal umschalten.

Das identische Erscheinungsbild erleichtere die Vermarktung. Das sei ein Vorteil, da bei dem heutigen HbbTV noch keine Einheitlichkeit vorherrsche. Wenn jedes Portal anders funktioniere, erschwere das die Navigation für den Kunden. Weiterer Vorteil für Kunden: Kabel BW sei bei der gemanagten Plattform für das komplette Netz "von vorne bis hinten" zuständig. Ein sicheres System schütze zudem Premium-Inhalte wie Blockbuster.

In diesem Jahr sollen weitere Features hinzukommen. Die Set-Top-Box soll sich beispielsweise über das Smartphone programmieren lassen, zudem soll auch ein elektronischer Programmführer (EPG) mobil zur Verfügung stehen. Das VoD-Angebot werde sich zudem auf verschiedenen Endgeräten nutzen lassen.

(Jörg Schamberg)

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