News

Kabel BW - Bieterkampf treibt den Kaufpreis

Um den drittgrößten Kabelnetzbetreiber Deutschlands sei ein Bieterkampf zwischen dem US-Medientycoon John Malone und dem Finanzinvestor CVC entbrannt, berichtet das "Handelsblatt".

21.03.2011, 09:31 Uhr (Quelle: DPA)
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der angestrebte Börsengang von Kabel BW könnte laut mehreren Presseberichten vom Wochenende noch platzen. Um den drittgrößten Kabelnetzbetreiber Deutschlands sei ein Bieterkampf zwischen dem US-Medientycoon John Malone und dem Finanzinvestor CVC entbrannt, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Kreise.

Erwartungen werden übertroffen

Malones Kabelkonzern Liberty Global biete 3,2 Milliarden Euro, hieß es in dem Bericht. Auch das "Wall Street Journal" hatte diesen Preis am Wochenende ins Spiel gebracht. CVC soll zuletzt knapp drei Milliarden Euro offeriert haben. Liberty Global gehört schon Unitymedia, die Nummer zwei in Deutschland. Das Unternehmen wollte auf Anfrage der Zeitung keinen Kommentar geben. Bei Kabel BW hieß es dem Blatt zufolge nur: "Alle Optionen sind offen." Mit einem Preis von mehr als drei Milliarden Euro würden die Erwartungen des schwedischen Finanzinvestors EQT, derzeit Eigner von Kabel BW, übertroffen, hieß es. EQT war am Montag für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Erst vor gut einer Woche hatte Kabel BW offiziell angekündigt, das Unternehmen plane seinen Börsengang für das erste Halbjahr 2011. Weitere Details sollten in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden.

Kabel BW entwickelt sich prächtig

Kabel BW hatte 2010 den bislang höchsten Umsatz- und Ertragszuwachs erzielt. Die Erlöse stiegen um 70 Millionen Euro auf 563 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 56 Millionen auf 316 Millionen Euro zu. "Kabel BW hat traumhafte Zahlen vorgelegt; die stehen in Baden-Württemberg wirklich glänzend da. Daher der selbstbewusste Preis“, zitiert das "Handelsblatt" einen Insider im Ausland.

Der Konzern ist ausschließlich in Baden-Württemberg aktiv, Unitymedia in Nordrhein-Westfalen. Deshalb ergänzen sich die beiden Kabelkonzerne aus Malones Sicht in idealer Weise, schreibt die Zeitung. Einem Zusammenschluss müsste allerdings zunächst das Bundeskartellamt zustimmen. Brancheninsider gehen nach Angaben des Blattes von keinem Veto der Wettbewerbshüter aus. Einem Kabelnetzbetreiber, der in drei Bundesländern aktiv sei, könne keine marktbeherrschende Stellung nachgesagt werden, heißt es.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang