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Ka-Sat: Erdfunkstelle in Berlin an Eutelsat übergeben

Die Eutelsat-Tochter Skylogic hat am Dienstag in Berlin eine von envia TEL errichtete Erdfunkstelle mit 9,1 Meter großer Parabolantenne und Kontrollzentrum übernommen. Das Berliner Gateway gilt als Herzstück für die neue Breitbandinfrastruktur per Satellit.

23.03.2011, 13:35 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Der Satellitenbetreiber Eutelsat ist auf dem Weg zur Errichtung einer neuen Breitbandinfrastruktur per Satellit einen großen Schritt vorangekommen. Bereits seit Dezember des vergangenen Jahres schwebt der neue Satellit Ka-Sat im Orbit und hat inzwischen seine Position auf 9° Ost in rund 36.000 Kilometer Höhe eingenommen. Erste Tests wurden erfolgreich abgeschlossen. Am Dienstag hat nun der regionale Telekommunikationsdienstleister envia TEL eine für Ka-Sat in Berlin errichtete Erdfunkstelle an die Eutelsat-Breitbandtochter Skylogic übergeben. Envia TEL wird die Anlage für Skylogic betreiben.

10 Mbit/s per Sat für 100.000 deutsche Haushalte

Das Gateway am Teleport Berlin in der Nähe des Wannsees ist nach Angaben von Eutelsat von großer Bedeutung für das neue Sat-Internet-Angebot. "Das Gateway Berlin ist ein wesentliches Herzstück unserer paneuropäischen drahtlosen Ka-Sat Breitbandinfrastruktur, die einen wichtigen Beitrag zum Überbrücken der digitalen Versorgungslücken in Deutschland und ganz Europa für über eine Million Haushalte und Geschäftskunden leisten kann", betont Skylogic-Generaldirektor Renato Farina. Voraussichtlich ab Ende Mai sollen rund 100.000 privaten Haushalten sowie kleinen und mittleren Unternehmen über die Tooway-Plattform von Eutelsat Bandbreiten von bis zu 10 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download zur Verfügung stehen. Der Upload soll mit bis zu 4 Mbit/s erfolgen.

Eutelsat investiert 5 Millionen Euro in Berliner Gateway

Die Erdfunkstelle in Berlin, eins von europaweit insgesamt acht Gateways, besteht aus einer 9,1 Meter großen schwenk- und drehbaren Parabolantenne und einem lokalen Kontrollzentrum. Skylogic selbst steuert die gesamte neue europäische Breitbandinfrastruktur über ein eigenes Kontrollzentrum im italienischen Turin. Ein Glasfaserring verbindet alle Gateways mit dem Internetbackbone in Frankfurt am Main.

In den Bau der einzigen deutschen Erdfunkstelle hat Eutelsat über 5 Millionen Euro investiert. Der Datendurchsatz des im Ka-Frequenzband arbeitenden Ka-Sat-Satelliten kommt im Zusammenspiel mit der neuen Infrastruktur am Boden auf 70 Gigabit pro Sekunde. Zum Einsatz kommt zudem die drahtlose Spotbeam-Technologie, die mehr Kapazität und eine parallele Datenübertragung ermöglicht. Die neuen Sat-Internet Tarife werden von den Eutelsat-Vertriebspartnern skyDSL, Sat Internet Services und der Internetagentur Schott (sat_speed) angeboten. In der vergangenen Woche hatte skyDSL erstmals Sat-Internet ohne Fair Use-Beschränkung angekündigt.

(Jörg Schamberg)

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