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Justin Timberlake steigt bei MySpace ein

Justin Timberlake ist die neue Hoffnung von MySpace. Der Popstar zählt zu den Investoren, die das einst weltgrößte Online-Netzwerk kauften. Auf sie wartet viel Arbeit: Der Aufstieg des heute dominierenden Rivalen Facebook drückt MySpace die Luft ab.

30.06.2011, 15:09 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Das einst weltgrößte Online-Netzwerk MySpace bekommt eine zweite Chance. Neue Eigentümer wollen den schwer gebeutelten Facebook-Rivalen als Musik- und Videoplattform wiederbeleben. Sie haben sich dafür prominente Hilfe geholt: Justin Timberlake. Der 30-jährige Sänger und Schauspieler bekommt einen Anteil an MySpace und soll im Gegenzug die Website wieder hipp machen.

Murdoch gescheitert, Timberlake solls richten

Der Neueinsteiger Timberlake versucht damit, was dem alten Hasen Rupert Murdoch nicht gelungen ist. Der 80-jährige Medienmogul hatte das einst boomende Online-Netzwerk vor sechs Jahren für sein Firmenimperium News Corp. gekauft und auf einen anhaltenden Strom an frischen Nutzern gehofft. Das, so der Plan, hätte satte Werbeprofite in die Kasse gespült. Doch Facebook kam MySpace in die Quere - neue Nutzer blieben aus, das Siechtum begann.

Bereits Murdoch hatte in einem Akt der Verzweiflung versucht, MySpace als Unterhaltungs-Plattform wiederzubeleben. Die neuen Besitzer knüpfen hier an. "Es gibt einen Bedarf für einen Ort, wo Fans auf ihre Lieblingsstars treffen, Musik hören oder Videos anschauen können", sagte Timberlake, "oder wo sie coole Sachen entdecken und teilen oder sich einfach nur treffen können. MySpace kann dieser Ort sein". Wie man ein Online-Netzwerk schmeißt, konnte Timberlake bereits ausprobieren: Im Film "The Social Network" spielte er den Internet-Unternehmer Sean Parker, dem eine Schlüsselrolle in der Anfangszeit von Facebook zuviel.

Neustart wird kein Kinderspiel

Der Neuanfang wird jedoch auch mit einem Popstar als Gallionsfigur nicht leicht, wie Daten des Marktforschers Comscore zeigen: MySpace hatte im Mai in den Vereinigten Staaten 34,8 Millionen Besucher - ein kräftiger Einbruch von in der Spitze einmal 75,9 Millionen im Monat. Diese goldene Zeit war Ende 2008. Zum Vergleich: Bei Facebook schauten im Mai 157,2 Millionen US-Nutzer vorbei.

Der neue Haupteigner Specific Media hofft, durch seine Kontakte in die Werbeindustrie reichlich Anzeigen für MySpace an Land zu ziehen, damit das Online-Portal wieder Geld verdient. Über Umwege würde auch Alteigner News Corp. davon profitieren: Der Medienkonzern, zu dem etwa das Filmstudio 20th Century Fox und die Fox-Fernsehsender gehören, wird im Rahmen des Verkaufs einen kleinen Anteil an der Online-Werbefirma Specific Media erhalten.

(Hayo Lücke)

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