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Jugendliche: Mehr gute als schlechte Erfahrungen online

58 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren haben im Internet laut einer Umfrage des Branchenverbandes BITKOM noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Es gibt allerdings auch eine Kehrseite.

01.11.2014, 15:01 Uhr
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58 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren haben im Internet noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Dies ergab eine Umfrage des Branchenverbandes BITKOM. Es gibt allerdings auch eine Kehrseite.

Schlechte Erfahrungen steigen mit dem Alter

69 Prozent der befragten Jugendlichen geben an, dass sie ihr Wissen dank des Internets verbessern konnten. 33 Prozent bezogen dies konkret auf Leistungen in der Schule bzw. in der Ausbildung. 22 Prozent haben über das Internet neue Freunde gefunden.

35 Prozent der 10- bis 18-Jährigen haben aber auch schlechte Erfahrungen im Internet gemacht. Der Anteil steigt mit dem Alter und der Nutzungsintensität. Unter den 10- bis 12-Jährigen berichten erst 23 Prozent davon, unter den 13- bis 15-Jährigen sind es schon 32 Prozent und unter den 16- bis 18-Jährigen bereits die Hälfte.

Mobbing, Gewalt und Pornografie

So wurden 14 Prozent der Jugendlichen im Internet schon einmal gemobbt oder beleidigt. Ebenfalls 14 Prozent haben im Internet Dinge gesehen, die ihnen Angst machten. Dazu zählen explizite Darstellungen von Gewalt oder Pornografie. Unter den 10- bis 15-Jährigen sind es 11 Prozent und unter den 16- bis 18-Jährigen 18 Prozent.

4 Prozent der 10- bis 18-Jährigen gaben an, dass sie im Internet von Gleichaltrigen sexuell belästigt wurden (16 bis 18 Jahre: 7 Prozent). Weitere 3 Prozent sagten, dass sie von Erwachsenen sexuell belästigt wurden (16 bis 18 Jahre: 4 Prozent). Mädchen sind mit einem Anteil von 4 Prozent deutlich häufiger betroffen als Jungen mit nur 1 Prozent.

Negative Erfahrungen der 10- bis 18-jährigen Jugendlichen im Web:

Hilfestellungen für Eltern

"Verstörende Inhalte sind im Internet jederzeit verfügbar. Schutzprogramme können das Aufrufen bedenklicher Inhalte verhindern oder den Zugang zumindest sehr deutlich erschweren", so Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer von BITKOM. "Ab einem gewissen Alter greifen keine Verbote mehr. Jugendliche müssen lernen, eigenverantwortlich zu entscheiden, was sie sehen wollen und was nicht. Die Fähigkeit zum bewussten Abschalten muss in der Schule und von den Eltern vermittelt werden."

Der Branchenverband hat für Eltern auch Empfehlungen und weiterführende Links zusammengestellt, die sich als PDF-Dokument von der BITKOM-Website herunterladen lassen.

BITKOM Research und das Marktforschungsinstitut Forsa haben die repräsentative Umfrage im Rahmen der Studie "Kinder und Jugend 3.0" durchgeführt. Befragt wurden 962 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren. Ein Großteil davon (688) waren schon zwischen 10 und 18 Jahre alt.

(Peter Giesecke)

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